Sonntag, Oktober 30, 2011

Freitag, Oktober 07, 2011

Deutschlaenderwurstchen

Vor drei Monaten auf unserer Europatournee hat sich Sarah standhaft geweigert, Deutsch zu sprechen. Sie hatte kurz davor im Englischen so einen grossen Sprung gemacht, dass ihr Deutsch einfach zu einfach war... Sehr zur Verwirrung meiner Mutter. Nun da die Oma zu Besuch ist, hat das Deutsch aufgeholt und Sarah erzaehlt und in langen und gewunden gestotterten Saetzen, dass Papa kein Baby im Bauch und keine Brueste hat, weil er keine Lady ist, sondern ein Mann. Oder dass nachts der Mond und Tags die Sonne scheint, um draussen Licht zu machen, nicht drinnen. Aehnlich kompliziert sind ihre Anforderungen an ihre Bediensteten (also Oma und Mutter). Ja, Joghurt schon, aber wenn Du den Loeffel da schon reintust, muss ich entsetzt schreien, das wollte ich doch machen. Stuehlchen in die Ecke stellen, aber doch nicht so rum, anders rum, heul, schrei! Zum Ausgleich hat sie sich auch zur Kussexpertin entwickelt, die direkte, gepustete und mit der Hand ins Gesicht gehauene Kuesschen kann, ausserdem noch Schweine- und Vogelkuesse mit entsprechender Geraeuschuntermalung. Wir schmelzen dahin.

Freitag, September 23, 2011

Columbus, Ohio

Bis vor kurzem war mir nicht mal bewusst, dass es diesen Ort gibt. Dabei ist das eine Grossstadt (800 000 Einwohner) und auch sonst ist hier einiges los. Ich bin hier auf einer Konferenz mit lauter Leuten, die Sachen machen, von denen ich nichts versteh (Agile Programming? Ich waere erstaunt, wenn auch nur einer von Euch wuesste, was das ist...) und habe eben beschlossen, mich davon nicht weiter einschuechtern zu lassen, sondern Augen und Ohren offenzuhalten, und eine Faehigkeit zu nutzen, die ich waehrend der vorletzten Fussballweltmeisterschaft an Ghanaischen Taxifahrern erprobt habe. In jedem Taxi hab ich ueber Fussball geredet und zugehoert und dann auf der naechsten Fahrt dem Taxifahrer genau das erzaehlt, was mir seine Kollegen vor ihm gesagt haben.

Jaja, viele Faehigkeiten, die fuer meine berufliche Laufbahn entscheidend sind, habe ich in Ghana gelernt und einen Grossteil davon von Taxifahrern...

Freitag, September 16, 2011

Surfer bums (Surfpenner)

Hawaii ist so ein Ort zum Haengenbleiben. Es ist ja auch viel einfacher, irgendwo Penner zu sein, wo es immer warm ist. Und viele scheinen in grauer Vorzeit vom Festland ruebergekommen zu sein, mit dem einen Ziel: Die hoechsten Wellen zu surfen. Und sich zwischen den Wellen irgendwie durchzuschlagen. Das ist ja auch irgendwie cool, wenn man 20 ist... Nicht alle von denen sind zu ausgewachsenen Pennern gealtert (obwohl doch erschreckend viele am Strand schlafen). Vermutlich typischer ist der Mann, der im Bus einem anderen seine Geschichte erzaehlte: Unternehmer sei er, sagt er stolz und mehrfach, Unternehmer! Er hat ein Fahrradtaxi und damit faehrt er die Touristen rum. Tagsueber ist das Geschaeft eher schleppend, aber abends kommen die Besoffenen, und die haben offene Geldbeutel. Ja, letztens hat er drei fette Araber gefahren, die sich irgendwie in die zwei Sitze seines Taxis gequetscht haben, ein Mann mit zwei Frauen, jede gut 120 kg schwer... er lacht. Er ist 45 Jahre alt, in den 80ern ruebergekommen, hat die 80er und 90er versurft, und jetzt ist er wie gesagt Unternehmer. Was er machen will, wenn er keine fetten Touristen mehr fahren kann, hat er nicht gesagt. Als ich ihn sah, hatte er einen Arm im Gips, da ist wohl auch nicht viel mit Radeln.

Immer schoen langsam

In Deutschland geht man nicht bei Rot ueber die Strasse, weil's verboten ist. Und wenn man's doch tut, guckt einen irgendwer schief an oder sagt vielleicht sogar was zum Thema "Vorbild" und "Kinder". In Washington DC geht man immer bei Rot ueber die Strasse, wenn auch nur die geringste Chance besteht, das zu ueberleben, weil man wichtig ist und keine Zeit hat, auf so ein bloedes gruenes (weisses in diesem Fall) Maennchen zu warten. Wenn man nicht bei Rot ueber die Strasse geht, obwohl kein Auto kommt, wird man schief angeschaut und manchmal hab ich das Gefuehl, dass jemand kurz davor ist zu sagen: "Ja hast Du es denn nicht eilig? Bist Du nicht wichtig?" Hier auf Hawaii geht keiner bei Rot ueber die Strasse. Wohin soll man denn so schnell, der Strand ist gleich auch noch da, Aloha...

Dienstag, September 13, 2011

Hawaii, Waikiki, da denk ich an...

Hochhaeuser.

Ja, ich war auch erstaunt. Und mein Mann war erstaunt, dass ich erstaunt war und meint ich guck nicht genug Fernsehn und schon als Elvis hier rumhing in den 60ern, sah das so aus. Na gut, na gut, aber trotzdem, in meinem Kopf hatte Waikiki Hulamaedchen, Haengematten an Kokospalmen und rosa Cocktails an ner verschlafenen Beachbar. Kann man sich beschweren, dass ein Staat der USA zu amerikanisiert ist?

OK, und jetzt, wo das raus ist, kann ich anfangen, das ganze Schoene aufzuzaehlen. Die knallblauen hohen Wellen, die grade richtig warm/kalt sind. Natur von mediterraner Kargheit zu knallgruenem Regenwald, voneinander getrennt durch scharfe Berggrate. Surfer, die genau so aussehn, wie Du Dir das vorstellst, braungebrannt, taetowiert und mit nichts als Wellen im Kopf. Und sobald ich mit Bus ( oder, wenn Maenne von der Arbeit kommt, mit dem Auto) aus der Stadt raus bin, gibt es kleine Haeuschen, Doerfer, Krabbenbuden am Strassenrand. Manche Ecken sehn mir aus wie Afrika, mit freilaufenden Huehnern und Haeusern, die aus irgendwas zusammengezimmert sind. Aber dann faehrt man ein paar Kilometer weiter und ist mitten in einem Parkplatzschoppingcenter feinster Amerikanischer Vorstadtart.

Freitag, September 09, 2011

Hawaiiiiiiii!

Dahin geht's jetzt los. Ich werde berichten.

Dienstag, August 30, 2011

Sarah mit bester Freundin Lina


... deren Mutter auch aus dem Koelner Raum kommt und die auch einen schwarzen Ami zum Vater hat.

Schnutenkoenigin


Unsere kleine Schoenheit



...die immer ganz stolz sagt: "Ich is gross." und "Ich is alt. Zwei!"

Sonntag, August 28, 2011

Ruhe vor (und waehrend) dem Sturm

In Vorbereitung auf den grossen Sturm sind hier alle ein bisschen durchgeknallt. Will und ich haben uns gedacht: Die hamse doch nicht mehr alle... Aber man moechte ja nicht am Ende der Einzige sein, der im Dunkeln sitzt, also bin ich am Freitag losgegangen, um Trinkwasser, Batterien und Kerzen und haltbares Essen zu kaufen. Im Supermarkt war alles angespannt und ausverkauft. Ich bin aufs Regal geklettert, um ganz hinten die letzten Flaschen Wasser zu angeln, Batterien waren schon lange keine mehr da und Kerzen... da gab es nur noch die edelen teuren.

Will hat im Keller alles auf Tische gelegt, das vom Wasser zerstoert werden koennte, denn unser Keller hat ein Garagentor, das nicht richtig schliesst.

Und dann ging's los.

Also, nicht wirklich. Dann kam halt ein bisschen Wind und Regen. Und dann war's auch schon vorbei. Ist es nicht wunderbar, nicht am Meer zu wohnen? Jetzt haben wir einen aufgeraeumten Keller und einen Trinkwasservorrat und koennen uns fuehlen, als haetten wir's ja eh gewusst. Alles Panikmache.

Schwiegereltern in North Carolina dagegen sind Hurrikan-gewoehnt, die haben das dauernd (also, viermal in 15 Jahren oder so...). Denen ist das Gartenhaus weggeblasen worden, ansonsten aber auch alles unversehrt.

Mittwoch, August 24, 2011

Erdbeben verpasst - oder: Ich bin keine Prinzessin auf der Erbse

Gestern hab ich Sarah im Kinderwagen den steilen Berg am Capitol hochgeschoben. Ploetzlich sahen wir all die Buerofritzen aus den Gebaeuden laufen und fragten uns, was das wohl sein koennte: Bombendrohung?

Als ich nachfragte, wurde ich nur mit verwundertem Kopfschuetteln bedacht. Schliesslich hatten die alle grade ihre Tische und Waende wackeln sehn, wie kann ich auf der gleichen Erde rumlaufen und nicht gespuert haben, dass die Erde gebebt hat?

Hab ich aber nicht. Vielleicht, weil meine Knie von der Anstrengung ohnehin zitterten. Also, an alle, die sich Sorgen machen: Hier liegt noch jeder Stein auf dem anderen und nix ist passiert.

Montag, August 22, 2011

Virginia Beach

In dieser Reihenfolge angeordnet: Wellen, Strand, Promenade, Hochhaushotels, Fressgass, Hinterland. Darin verteilt: Sonnenhungrige Horden. Inklusive meiner Schwiegerfamilie, Mann, Kind und ich. Da war dann fuer jeden etwas. Fressen tun wir alle gerne. Schwiegermama freut sich, dass die Promenade, der Strand, das Hotel und sogar der Spielplatz rollstuhlgerecht sind (schonmal ne Rollstuhlwippe gesehn?), ich schmeiss mich in die Wellen und lache wie ein Kind, Maenne geniesst vor allem das Ausschlafen und die Grosseltern (Schwiegermutter und -vater) sind ja ueberall gluecklich, wo Sarah ist. Die sich ueberigends vor allem fuer Sand interessiert und nur mit groessten Ueberredungskuensten dazu zu bringen ist, ihren Fussdaumen (so heisst das bei ihr) ins Wasser zu stecken. Ein Wochenende ist genau die richtige Zeitspanne fuer so einen Familienurlaub, dann ist man ordentlich traurig, dass man wieder fahren muss, statt sich schon gegenseitig auf den Geist zu gehn. Das haben wir also letztes Wochenende gemacht und ich frage mich immer noch: Sind Leute, die am Meer leben, gluecklicher als andere? Oder nutzt sich das ab?

Freitag, August 19, 2011

Erinnerungen

Sarah's Lieblingsgeschichten sind im Moment: "Mama, sag Sarah Baby." Also: "Mama, erzaehl mir nochmal, wie das war, als Sarah ein Baby war." oder: "Sag Sarah Welt." also: "Erzaehl mir wie Sarah auf die Welt gekommen ist." Das ist besonders beliebt, weil sie sich da unter die Decke auf meinen Bauch legen darf (als waere sie noch in meinem Bauch) und dann irgendwann sagen: "Langweilt" und aufsteht, also geboren wird. Ich erspare ihr dann doch lieber die Einzelheiten...

Montag, August 15, 2011

Endlich Herbst?

Es gibt da dieses wunderschoene Lied: "Autumn in New York", in dem der Herbst in New York als die schoenste und goldenste Jahreszeit besungen wird. Als ich noch in Deutschland wohnte, hab ich immer gedacht: Die spinnen doch. Wir kennen den deutschen Herbst. Und den deutschen Sommer, so er denn vorkommt... Hier hat dieses Wochenende der Sommer endlich eine Atempause eingelegt, es hat geregnet, juhuu und heute sitze ich doch tatsaechlich bei offenem Fenster und ohne Klimaanlage am Computer. Und erinner mich daran, wie wunderbar das Wetter in Washington ist. Es sei denn, es ist Sommer (35-40 Grad und schwuel, nachts keine Abkuehlung). Ich kenne einige, die jetzt sagen wuerden: Immer noch besser als 30 Tage Regenwetter. Die koennen mich gerne mal am Abend besuchen. Also am Abend im Juli, wenn es immer noch zum umkippen heiss ist und die Suppe nur so runterlaeuft...

Dienstag, August 02, 2011

Achtung, Mannfrau!

Sarah hat eine ganz besonders ausgepraegte Abneigung gegen aeltere Maenner mit Bart. Im Restaurant, wenn einer an einem Tisch in der anderen Ecke sitzt, faengt sie an zu schreien und wenn er dann auch noch laechelt oder winkt, wird es ganz schlimm. Ab und zu kann sie Frauen auch nicht leiden und ich hab mich immer gefragt, wie sie die aussucht.
Vorgestern auf dem Spielplatz war so eine und da hat Sarah mir das endlich erklaert. Nun, "erklaert" hoert sich an, als haette sie sich vernuenftig mit mir hingesetzt, nen Tee aufgesetzt, damit wir mal drueber reden koennen. Aber wenn eine 2jaehrige einem was erklaert, sieht das anders aus: "Mama! Mama! Da! Mannfrau!" und dann ganz schnell zwischen meinen Beinen verstecken. Und ich muss zugeben, die Dame hatte nicht nur eine tiefe Stimme, sondern auch einen gewissen Bartflaum auf den Wangen. Ein Glueck, dass hier keiner Deutsch spricht.

Freitag, Juli 22, 2011

Die Welt war dann doch nicht untergegangen...

Echt? Ist das der letzte Blog-Post fuer Wochen? Eva schreibt vom Weltuntergang und dann verschwindet sie? Schrecklich. Vor allem weil ja die Welt noch da ist und Eva in ihr. In der Zwischenzeit sind wir (Sarah und ich, die Mutter im Gepaeck) durch Europa gesprintet, waren in Deutschland, Italien und den Niederlanden, haben alle Schwestern besucht und mit dem kleinen Neffen gespielt und sind nun wieder in den USA. Unsere Nanny hat Urlaub, also haben Sarah und ich eineinhalb Wochen ganz viel Zeit miteinander. Was soll ich sagen: Es ist wunderbar und ich liebe Mittagsschlaefchen.

Samstag, Mai 21, 2011

Wenn dann alles vorbei ist...

Ein Radioprediger hier hat ausgerechnet, dass die Welt morgen untergehen wird. Dann werden die wahren Glaeubigen zum Himmel fahren und fuer die anderen kommen Monate des Armageddon, apokalyptische Reiter usw. Eine Atheistische Gruppe hat diese Vision in eine Geschaeftsidee umgewandelt: Da sie offensichtlich noch ein paar Monate auf der Erde verweilen werden, nachdem die Rechtglaeubigen sich schon gen Himmel aufgemacht haben, bieten sie an, sich um die zurueckbleibenden Haustiere zu kuemmern. Fuer eine ueberschaubare Summe (zu zahlen vor dem 21. Mai)kann der Apokalyptiker sicher sein, dass sein Fiffi oder seine Mauzi auch waehrend des Weltendes gut gefuettert und gassi gefuehrt wird.

Und das krasseste ist, dass ich mir das nicht ausgedacht hab.

Freitag, Mai 20, 2011

Auf Worte Taten folgen lassen

So hat sich Sarah das wohl gedacht: "Auf Mamas und Papas Worte lasse ich mal Taten folgen." Wir reden schon seit Wochen davon, das Gitter von Sarahs Bettchen zu entfernen, weil sie bald gross genug ist, rauszuklettern und weil ihr Kopf schwerer ist, als ihre Fuesse, dann vermutlich kopfueber auf dem Teppich landet.

Vor ein paar Tagen war sie wirklich nicht damit einverstanden, ihren Mittagsschlaf zu halten. Erst hoerte ich lautes Geschrei. Dann "BUMP" und sofort danach "taptaptap" kleine Fuesse, die zur Tuer laufen. Also, entweder ist sie nicht auf den Kopf gefallen, oder sie war so wuetend, dass ihr das auch nichts ausmachte.

Aber das ist ja nicht der einzige Bereich, in dem Sarahs Eltern leere Versprechungen machen und ihnen mal auf die Spruenge geholfen werden muss. Schon am Anfang des Jahres haben wir ein schoenes froschfoermiges Toepfchen gekauft und reden schon so lange davon, dass Sarah bald lernen wird, wie ein grosses Maedchen Pipi und A-A zu machen. Nun, da nichts dergleichen geschah, hat Sarah die Sache selbst in die Hand genommen. Also, die Sache, die sie, statt einen Mittagsschlaf zu halten, aus ihrer Windel ausgegraben hat. In beide Haende, ins Gesicht, in die Haare, aufs Bett und die Stueckchen, die sich zum Werfen eignen hat sie dann noch so weit es ging im Zimmer rumgeworfen.Als ich sie aufwecken wollte, stand sie stinkvergnuegt in ihrem Bettchen, einen Finger im Mund (lecker!) und wusste gar nicht, warum wir uns so aufregen...

Freitag, April 22, 2011

Entspannung pur

Es regent in Stroemen. Ich sitze im Auto vor meiner Haustuer. Sarah ist nach einem wilden Spieltag ohne Nickerchen endlich eingeschlafen. Ich koennte sie ins Haus tragen und dabei sicher aufwecken. Oder nicht. Entscheide mich erstmal fuer " Oder nicht". Entspannung pur.