Ich war ja nicht dabei, aber es gab wohl mal eine Zeit in der jungen Bundesrepublik, wo Amerika und alles Amerikanische supercool waren und wir (als Volk) den grossen Bruder mit Affenliebe verehrten. Dann passierte dies und das (das nennt man Geschichte) und ploetzlich waren wir uns ebenso einig, dass Amerika und Amerikaner irgendwie Scheisse sind: Kuenstlich, ungebildet, unkultiviert, arrogant, fett und staendig in der Gegend rumschiessend (bzw. Bomben auf die Gegend schmeissend, wenn sie grade nicht bei sich zu Hause sind).
Ihr wisst, dass ich mich in diesem Blog meistens an die Details halte, die mir direkt vor der Nase liegen und keine grossen historischen oder politischen Wuerfe anstrebe. Warum also dieser Ausflug? Weil ich in meiner Eitelkeit getroffen bin. Irgendwie bildet man sich ja doch ein, dass einem der eigene Kopf und die eigenen Meinungen selbst gehoeren und dass man nicht einfach nur meint, was grade modern ist.
Was die Eltern am meisten ueberrascht hat, ist, wie nett die hier alle sind und wie wohl sie sich hier fuehlen. Mir ging das ja genauso, ich wollte lieber in Bolgatanga bleiben, als nach Washington ziehn und war mir so sicher, dass ich die Tage in meine Zimmerwand ritzen wuerde, bis ich wieder zurueck ins alte Europa ziehen darf.
Ein halbes Jahr spaeter hab ich Freunde, die Buecher lesen, Tango tanzen und sich Gedanken ueber die Welt und Politik und Geschichte machen, geniesse, dass man hier die Kunst des Schwaetzchens mindestens so gut drauf hat, wie in Wanne Eikel und frage mich, wie mir das passieren konnte, dass ich so bereit war, die Maer vom haesslichen Amerikaner zu glauben. Ob ich weiter hier bleiben werde, oder zurueck nach Europa ziehe, haengt vor allem davon ab, was sich in den naechsten Monaten beruflich entwickelt. Vorstellen koennte ich mir beides.
Samstag, März 29, 2008
Donnerstag, März 27, 2008
Mein Vater ist juenger als James Dean (das sieht man ihm gar nicht an)
Auf einer nichtssagenden Strasse zwischen dem beeindruckenden Yosemite Nationalpark und der ebenfalls atemberaubenden kalifornischen Kueste, an einer unspektakulaeren Strassengabelung im Flachland steht ein Schild: “James Dean Kreuzung.” Im Vorbeifahren denk ich “James Dean was?” und sag: “Vater, halt mal an, da war was mit James Dean.” Der naechste Parkplatz gehoert zu einer Kneipe, auf der Mitte des Parkplatzes steht ein Baum, mit einem Denkmal, das so bescheiden ist, wie man sich nicht vorstellen kann: Eine eckige Struktur, die sich um den Baum windet, auf der Geburts- und Todestag und Name vermerkt sind (Mutter: “Maenne, der is ja aelter als Du!”).
Zwei Tafeln erklaeren, wie es zu diesem Denkmal kam, ein Japaner, der in diesem Ort ein Fremder war und leidenschaftlicher James Dean Fan, kam in den 70ern hierher, sprach mit Deans besten Freunden ueber sein Idol, ueberzeugte die Leute, denen dieses Land gehoert, dass sie ihm ein Stueckchen abtreten, damit er dem Rebellen hier sein Denkmal setzen kann. Die jung sterben, sagt man in Japan, sind wie Kirschblueten, die mitten in ihrer schoensten Bluete vom Baum fallen. Als ich den Text zu Ende uebersetzt hatte, rieben die Mutter und ich uns die Augenwinkel und wussten beide nicht, ob uns der Unfalltod des 24jaehrigen Idols oder die Verehrung eines unbekannten Japaners mehr ruehrte.
Zwei Tafeln erklaeren, wie es zu diesem Denkmal kam, ein Japaner, der in diesem Ort ein Fremder war und leidenschaftlicher James Dean Fan, kam in den 70ern hierher, sprach mit Deans besten Freunden ueber sein Idol, ueberzeugte die Leute, denen dieses Land gehoert, dass sie ihm ein Stueckchen abtreten, damit er dem Rebellen hier sein Denkmal setzen kann. Die jung sterben, sagt man in Japan, sind wie Kirschblueten, die mitten in ihrer schoensten Bluete vom Baum fallen. Als ich den Text zu Ende uebersetzt hatte, rieben die Mutter und ich uns die Augenwinkel und wussten beide nicht, ob uns der Unfalltod des 24jaehrigen Idols oder die Verehrung eines unbekannten Japaners mehr ruehrte.
Little Joes Hinterhof
Mariposa, sagt der Reisefuehrer, ist der groesste und interessanteste Ort vor dem Yosemite Park. Oh. Als Mutter und ich den Ort erkunden, gehen wir langsam, sonst sind wir in der Pampa, bevor wir dreimal Schwups gesagt haben. Hier war Goldgraeberland und die Holzhaeuser sehen immer noch so aus, wie im Western. Der alte Knast ist ein winziges duesteres Haus aus schweren Steinquadern mit verrammelten Fensterluken und was uns schockiert, ist dass der bis in die Mitte der 60er in Betrieb war.
Aus der Suche nach einem Apfel landen wir in einem der beiden Schnapslaeden des Ortes, wo wir Erdnuesse als Notverpflegung und eine Dose Bier fuer den Vater kaufen. Als ich zahlen will, fragt der Schnapsmann mich nach meinem Ausweis. Ich bedanke mich, dass er mich fuer unter 21 haelt und er laechelt langsam. Ob meine Mutter auch juenger als 21 aussieht? Nein, sie darf das Bier bezahlen, obwohl sie keinen Ausweis dabei hat. Als ich es in meine Tasche packen will, sagt er: “Nein junge Lady, mir ist ja egal, was Ihr draussen macht, aber in meinem Laden, darfst Du das Bier auch nicht in Deiner Tasche tragen, wenn Du mir keinen Ausweis zeigen kannst.”
Mariposa hat sich fuer die Touristen rausgeputzt. Aber wenn man die Leuchtreklame abhaengen wuerde und die Farbe ein wenig abblaettern lassen, dann koennte man den Schnapsmann und die anderen Ureinwohner in Westernklamotten stecken und sie wuerden so ziemlich meinen Vorstellungen vom wilden Westen entsprechen.
Meine Eltern erzaehlen, wie das damals war, als das Fernsehn noch neu war, und man um keinen Preis Bonanza verpassen wollte. Little Joe war ja so ein feiner Kerl und es gab kaum was schlimmeres, als im Stau zu stehn, wenn zu Hause Bonanza lief. Als ich ein Kind war, konnte man mit Bonanza keinen Erwachsenen mehr hinter dem Ofen hervorlocken, aber wir fanden das toll und bastelten uns Cowboy Kostueme. Heute wuerden vermutlich schon die Dreijaehrigen sich gelangweilt abwenden, denn in diesem wilden Westen gab es nur ganz langsame Action und Sex war damals noch nicht erfunden (ob sich die Cowboys der 60er Jahre wohl durch Zellteilung vermehrten?).
Aus der Suche nach einem Apfel landen wir in einem der beiden Schnapslaeden des Ortes, wo wir Erdnuesse als Notverpflegung und eine Dose Bier fuer den Vater kaufen. Als ich zahlen will, fragt der Schnapsmann mich nach meinem Ausweis. Ich bedanke mich, dass er mich fuer unter 21 haelt und er laechelt langsam. Ob meine Mutter auch juenger als 21 aussieht? Nein, sie darf das Bier bezahlen, obwohl sie keinen Ausweis dabei hat. Als ich es in meine Tasche packen will, sagt er: “Nein junge Lady, mir ist ja egal, was Ihr draussen macht, aber in meinem Laden, darfst Du das Bier auch nicht in Deiner Tasche tragen, wenn Du mir keinen Ausweis zeigen kannst.”
Mariposa hat sich fuer die Touristen rausgeputzt. Aber wenn man die Leuchtreklame abhaengen wuerde und die Farbe ein wenig abblaettern lassen, dann koennte man den Schnapsmann und die anderen Ureinwohner in Westernklamotten stecken und sie wuerden so ziemlich meinen Vorstellungen vom wilden Westen entsprechen.
Meine Eltern erzaehlen, wie das damals war, als das Fernsehn noch neu war, und man um keinen Preis Bonanza verpassen wollte. Little Joe war ja so ein feiner Kerl und es gab kaum was schlimmeres, als im Stau zu stehn, wenn zu Hause Bonanza lief. Als ich ein Kind war, konnte man mit Bonanza keinen Erwachsenen mehr hinter dem Ofen hervorlocken, aber wir fanden das toll und bastelten uns Cowboy Kostueme. Heute wuerden vermutlich schon die Dreijaehrigen sich gelangweilt abwenden, denn in diesem wilden Westen gab es nur ganz langsame Action und Sex war damals noch nicht erfunden (ob sich die Cowboys der 60er Jahre wohl durch Zellteilung vermehrten?).
Fett oder nicht?
Mutter: “Die Amis sind ja gar nicht wirklich so dick, wie alle immer sagen!” Hm. Jein. Unsere Geschichten von den dicken Amerikanern hoeren sich ja wirklich so an, als waeren das alles aufgedunsene Wackelpeter. Und das stimmt nicht. Aber, Mutters Bemerkung kam nach zwei Tagen in San Francisco, wo wir von modebewussten Schickmickimetropolenbewohnern umgeben waren, die staendig gruenen Tee trinken und Yoga machen. Jetzt sind wir auf dem platten (bzw huegeligen) Land und hier findet man ein Essen offensichtlich dann gut, wenn es reichlich ist und nach einer weiteren Faeden ziehenden Pizza liege ich wie ein klumpen eingeschweisster Gauda auf meinem Hotelbett und schuettel mich bei dem Gedanken, dass ich morgen schon wieder was essen muss. In der Sesamstrasse (oder war das die Sendung mit der Maus) war einer meiner absoluten Lieblingsfilmchen der Mann, der in einen Wurstimbiss reinkommt und Bissen fuer Bissen eine Knackwurst isst. Dann zeigen sie den Film rueckwaerts und man kann sehn, wie ein dicker Mann eine unversehrte Knackwurst aus seinem Mund zieht. Ich beneide diesen Mann. Koennte jemand bitte die Malzeiten der letzten Tage rueckwaerts abspielen?
Mittwoch, März 26, 2008
Ein Herz fuer Hinterwaeldler
San Francisco ist atemberaubend, hinreissend, charmant und ueberwaeltigend, man fragt sich, ob die Leute hier gluecklicher (oder zumindest stilvoller ungluecklich) sind und ich kann mir in meinen wildesten Traeumen vorstellen, wie es waere, hier zu wohnen.
Aber was mein Herz beruehrt, ist das Hinterland, Hillbilly Country, einsame Berge, gewundene Strassen, an denen ab und zu ein Briefkasten mit abblaetterndem Lack steht, ganz hinten im Tal sieht man ein Holzhaus, einen rammeligen Wohnwagen, einen Hof voll alter Autos und Krempel. Da fuehl ich: Ich will wissen, wer da wohnt und wie und warum. Da wird mir im Vorbeifahren das Herz schwer, weil ich einen Moment lang dieses irre Verlangen hab, alle alle alle Menschen kennenzulernen und weiss, dass das einer einzelnen kleinen Eva nicht moeglich ist.
Aber was mein Herz beruehrt, ist das Hinterland, Hillbilly Country, einsame Berge, gewundene Strassen, an denen ab und zu ein Briefkasten mit abblaetterndem Lack steht, ganz hinten im Tal sieht man ein Holzhaus, einen rammeligen Wohnwagen, einen Hof voll alter Autos und Krempel. Da fuehl ich: Ich will wissen, wer da wohnt und wie und warum. Da wird mir im Vorbeifahren das Herz schwer, weil ich einen Moment lang dieses irre Verlangen hab, alle alle alle Menschen kennenzulernen und weiss, dass das einer einzelnen kleinen Eva nicht moeglich ist.
Montag, März 24, 2008
Ob Menschen, die an schoenen Orten wohnen, gluecklicher sind?
Das hab ich gestern auf der Faehre, die uns nach der Fahrradtour ueber die Golden Gate Bridge zurueck nach San Francisco brachte, eine junge Amerikanerin gefragt: Denken Sie, dass sie gluecklicher sind, weil Sie schoen wohnen?
Oh ja, strahlte sie, und konnte sich gar nicht mehr einkriegen, vor Begeisterung. Und ich moechte ja Bolgatanga und Wanne Eikel ueberhaupt nicht beleidigen, aber, meine Herren, hier scheint sich das Laecheln einfach leichter zu ergeben. Ist das schoen...
Oh ja, strahlte sie, und konnte sich gar nicht mehr einkriegen, vor Begeisterung. Und ich moechte ja Bolgatanga und Wanne Eikel ueberhaupt nicht beleidigen, aber, meine Herren, hier scheint sich das Laecheln einfach leichter zu ergeben. Ist das schoen...
Donnerstag, März 20, 2008
Wie unwichtig man ist
Ich warte seit Wochen auf die Antwort von Leuten, fuer die ich gerne in Zukunft arbeiten wuerde. Und denke natuerlich die ganze Zeit, das haette was mit mir zu tun und damit, dass sie beschlossen haben, dass ich nicht auf ihren Job passe. Nun krieg ich eine mail, dass der Sohn des Mannes, mit dem ich in Kontakt stand, im Februar einen Unfall hatte, seitdem im kuenstlichen Koma liegt und merke mal wieder dass, oh Wunder, das meisste, was in dieser Welt passiert, nichts mit mir zu tun hat.
Urlaub
Am Wochenende fliegen wir nach San Francisco und stecken uns Blumen ins Haar. Vor allem meinem Vater, wo das Wort "Haar" zu Recht im Singular und nicht im Plural steht. (Ach isset nich schoen, dass die in der Weltgeschichte rumjoestern [jaja, Herr F. ich weiss schon, "dann ist Oestern"] und deshalb nicht blog lesen und ich lauter Scherze auf ihre Kosten machen kann, ohne dass sie sich beschweren koennen, hihi)
Das ist ja mal wieder typisch
Meine Eltern haben die Reisewanzen (travel-bugs - ihnen jucken die Fuesse) und am Ende kennen sie meine neue voruebergehende Wahlheimat schon wieder besser als ich. In Ghana kennen sie ja auch jeden Stock und Stein, waehrend ich kaum ueber meinen eigenen Kirchturm hinausgeschaut hab vor lauter Arbeit.
Heute morgen am Telefon hatten sie beide mehr Energie als ein halbes Footballteam (American Football) und versuchten wie vorsichtig rebellische Teenager herauszufinden, wie Mama Eva reagiert, wenn sie ihr mitteilen, dass sie heute abend nicht nach Hause (Washington) kommen, sondern einen Schlenker an's Meer planen, um bei den wilden Pferden zu uebernachten.
Und da Teenager ihre Grenzen kennen muessen, hab ich ihnen erst ein wenig streng vorgehalten, dass sie mich nicht genug lieben, um mich dann gemeinsam mit ihnen daran zu freuen, dass die Amerikaner so nett zu ihnen sind und ihnen immer den Weg zeigen und ein fettes Fruehstueck fuer fast kein Geld servieren. Natuerlich duerft Ihr ans Meer fahren! Viel Spass. Tschoe.
Heute morgen am Telefon hatten sie beide mehr Energie als ein halbes Footballteam (American Football) und versuchten wie vorsichtig rebellische Teenager herauszufinden, wie Mama Eva reagiert, wenn sie ihr mitteilen, dass sie heute abend nicht nach Hause (Washington) kommen, sondern einen Schlenker an's Meer planen, um bei den wilden Pferden zu uebernachten.
Und da Teenager ihre Grenzen kennen muessen, hab ich ihnen erst ein wenig streng vorgehalten, dass sie mich nicht genug lieben, um mich dann gemeinsam mit ihnen daran zu freuen, dass die Amerikaner so nett zu ihnen sind und ihnen immer den Weg zeigen und ein fettes Fruehstueck fuer fast kein Geld servieren. Natuerlich duerft Ihr ans Meer fahren! Viel Spass. Tschoe.
Mittwoch, März 19, 2008
Den Ureinwohnern trauen?
Wenn ich irgendwo hinzieh, mach ich mich ja gleich mit den Ureinwohnern gemein und finde von ihnen raus, wie Dinge funktionnieren und warum. Dann lass ich mir von ihnen Essen empfehlen, damit ich weiss, was ich meiden muss.
Jaja, ich bin ein Essens-Snob. Aber wenn ich mich immer an meine eigenen Vorurteile halten wuerde, waere mir gestern was Fieses nicht begegnet. Dabei wusste ich doch schon vorher, dass mein Hillbilly Tango Freund ein wirklich geschaetzter Freund ist und in vielen Dingen schlaue Sachen sagen kann, aber einen ausgepraegten Hillbillygeschmack fuer fiesen Fast Food hat.
Gestern hab ich meine Eltern zu Taco Bell geschleppt, das ist was? SuedstaatenMcDonalds? Oder TexMexMcDonalds? Die Hillbilly-Empfehlung fuer mich war: Bean Burrito von Taco Bell. Und da ich letzte Woche in einem hoeherklassigen Imbiss einen bean burrito wirklich genossen hatte, dachte ich: Wunderbar, das wird gut (oder zumindest essbar), Bohnen, Reis, Tomaten, Avocado, scharfe Sauce und noch was eingewickelt in Tortilla, frisch und saettigend.
Ich kann bezeugen, dass es essbar war, denn es hat den Weg von meiner Hand in meinen Magen gefunden (wo es sich dann in einen Stein verwandelte) und der Geschmack was nicht der Schlimmste, den ich je geschmeckt hab. Aber in Konsistenz, Aussehn und Verdaulichkeit war das schon eine Herausforderung und ich musste mich die ganze Zeit angeregt unterhalten, um zu uebersehen, dass ich grauen Bohnenschleim esse und dem Ekel einfach nicht erlauben, seine Stimme zu erheben, lalala, denn wenn ich ihm die Tuer einen Spalt geoeffnet haette, waere es mir unmoeglich gewesen, weiterzuessen und nicht vor meinem eigenen Mageninhalt zu schaudern...
Jaja, ich bin ein Essens-Snob. Aber wenn ich mich immer an meine eigenen Vorurteile halten wuerde, waere mir gestern was Fieses nicht begegnet. Dabei wusste ich doch schon vorher, dass mein Hillbilly Tango Freund ein wirklich geschaetzter Freund ist und in vielen Dingen schlaue Sachen sagen kann, aber einen ausgepraegten Hillbillygeschmack fuer fiesen Fast Food hat.
Gestern hab ich meine Eltern zu Taco Bell geschleppt, das ist was? SuedstaatenMcDonalds? Oder TexMexMcDonalds? Die Hillbilly-Empfehlung fuer mich war: Bean Burrito von Taco Bell. Und da ich letzte Woche in einem hoeherklassigen Imbiss einen bean burrito wirklich genossen hatte, dachte ich: Wunderbar, das wird gut (oder zumindest essbar), Bohnen, Reis, Tomaten, Avocado, scharfe Sauce und noch was eingewickelt in Tortilla, frisch und saettigend.
Ich kann bezeugen, dass es essbar war, denn es hat den Weg von meiner Hand in meinen Magen gefunden (wo es sich dann in einen Stein verwandelte) und der Geschmack was nicht der Schlimmste, den ich je geschmeckt hab. Aber in Konsistenz, Aussehn und Verdaulichkeit war das schon eine Herausforderung und ich musste mich die ganze Zeit angeregt unterhalten, um zu uebersehen, dass ich grauen Bohnenschleim esse und dem Ekel einfach nicht erlauben, seine Stimme zu erheben, lalala, denn wenn ich ihm die Tuer einen Spalt geoeffnet haette, waere es mir unmoeglich gewesen, weiterzuessen und nicht vor meinem eigenen Mageninhalt zu schaudern...
Sturmfrei
Meine Eltern sind in den verregneten Bergen, meine liebsten Tango Freunde kuemmern sich um kranke Onkels in Kalifornien (der, der keine Ratten isst), kranke Fremde in Baltimore (der, der Krankenpfleger ist) oder schielen in Argentinien nach dem Tangogeiger hin (der, der einfach nur gut tanzt aber in diesem blog noch nicht vorkam). Ist das nicht ein idealer Abend, um Tango tanzen zu gehn und mit lauter Fremden zu tanzen?
(Ok, das hoert sich an wie ein Trinker, der sagt: Ich trinke, weil ich gluecklich, traurig, muede, wach bin, weil Dienstag ist oder weil grade die Sonne untergeht... etwas ist immer.)
(Ok, das hoert sich an wie ein Trinker, der sagt: Ich trinke, weil ich gluecklich, traurig, muede, wach bin, weil Dienstag ist oder weil grade die Sonne untergeht... etwas ist immer.)
Hello-goodbye
Kaum sind se da, sind se auch schon wieder op jueck (Hochdeutsch: unterwegs).
Heute haben die Eltern sich in und um Washington rumgetrieben. In einer Dorfkirche hat die Organistin sie gefragt, ob sie ihnen ein wenig Bach vorspielen darf und ob meine Mutter Deutsch singen kann (Antworten: Ja und nein).
Da ich sowieso in meinem Buero festgekettet bin, werden sie morgen frueh in die Berge fahren, da uebernachten und uebermorgen wieder zurueckkommen. Irgendwer muss ja hier mal Abenteuer erleben und die Lage ausbaldowern...
Heute haben die Eltern sich in und um Washington rumgetrieben. In einer Dorfkirche hat die Organistin sie gefragt, ob sie ihnen ein wenig Bach vorspielen darf und ob meine Mutter Deutsch singen kann (Antworten: Ja und nein).
Da ich sowieso in meinem Buero festgekettet bin, werden sie morgen frueh in die Berge fahren, da uebernachten und uebermorgen wieder zurueckkommen. Irgendwer muss ja hier mal Abenteuer erleben und die Lage ausbaldowern...
Dienstag, März 18, 2008
In Erwartung eines Wochenendes voller Tango
Leicht irr im Blick und voller Vorfreude auf ganz viel Glamour und schmerzende Fuesse. Eva am Freitag.
Montag, März 17, 2008
Wie wirst Du das nur aushalten?
Drei Wochen ohne Tango? Fragen mich meine Tangofreunde...
Oh, ich habe keine Sorge, dass meine Eltern mich genuegend auf Trapp halten werden, dass da kaum Tango-Energie mehr uebrig bleibt. Schliesslich ist Tango ja eigentlich nur im Kreis gehen und wer meine Mutter kennt, weiss, dass sie sich den Namen Laufkaefer wacker verdient hat... Also: Ich werde genug laufen, dass ich kaum Sehnsucht nach Rueckwaerts im Kreis gehn haben werde.
Aber natuerlich hab ich mir auch schon einen Trick ausgedacht, wie ich ein klein bisschen Tango in diese drei Wochen reinschmuggeln kann.
Also: Meinem Vater sag ich: Da gibt's super tuerkisches Essen mit ganz viel Fleisch. Meiner Mutter sag ich: Dann kannst Du endlich mal die ganzen Maenner angucken, mit denen ich immer abhaenge. Und waehrend mein Vater kaut und meine Mutter guckt, werde ich tanzen, als wuerd ich ihnen einen Gefallen tun. Hihi. Ich bin ja so selbstlos, das fass ich gar nicht.
Oh, ich habe keine Sorge, dass meine Eltern mich genuegend auf Trapp halten werden, dass da kaum Tango-Energie mehr uebrig bleibt. Schliesslich ist Tango ja eigentlich nur im Kreis gehen und wer meine Mutter kennt, weiss, dass sie sich den Namen Laufkaefer wacker verdient hat... Also: Ich werde genug laufen, dass ich kaum Sehnsucht nach Rueckwaerts im Kreis gehn haben werde.
Aber natuerlich hab ich mir auch schon einen Trick ausgedacht, wie ich ein klein bisschen Tango in diese drei Wochen reinschmuggeln kann.
Also: Meinem Vater sag ich: Da gibt's super tuerkisches Essen mit ganz viel Fleisch. Meiner Mutter sag ich: Dann kannst Du endlich mal die ganzen Maenner angucken, mit denen ich immer abhaenge. Und waehrend mein Vater kaut und meine Mutter guckt, werde ich tanzen, als wuerd ich ihnen einen Gefallen tun. Hihi. Ich bin ja so selbstlos, das fass ich gar nicht.
Tangotaenzer - anfuettern, abschleppen
Samstag abend war mein Haus angenehm gefuellt mit hungrigen Tangotaenzern, die sich zwischen Unterricht und Party von mir bekochen liessen. Der gluecklichste Moment des Abends: Ich steh vor meinem Badezimmerspiegel und male mir das Gesicht an fuer die Party. Im Nebenraum hoere ich fuenf Herren Tanzschritte diskutieren, schliesslich den Teppich aufrollen und miteinander in meinem Wohnzimmer rumtanzen, um rauszukriegen, wie man diesen besonders schwierigen Schritt fuehrt. Was weiss ich, warum mich das so zufrieden laecheln laesst.
Freitag, März 14, 2008
Das reicht!
Jetzt klapp ich meinen Computer zu, mach's Licht aus und geh in den fruehlinglichen Abend, meine Tanzschuhe warten schon auf mich, Hallo Tango. Und Montag Abend kommen die Eltern nach DC.
Donnerstag, März 13, 2008
Tango Marathon
Dieses Wochenende kommen Taenzer und Verrueckte aus ganz Amerika nach Washington, um Tag und Nacht zu schwofen. Der Tango Marathon beginnt heute abend mit einer Tangoparty und geht bis Sonntag Nacht. Netter Weise in einer Uni, die ich von meinem Haus zu Fuss erreichen kann und deshalb hoffe ich, dass ich zwischen Tanzstunden und Party einige meiner Tangofreunde zu mir nach Hause einladen und bekochen kann. Seit ich hier wohne hab ich noch niemanden bekocht. Also sagen wir, noch nie mehr als einen Besucher gleichzeitig bekocht. Was ein grosser Unterschied zu Bolga ist, wo wir - schon weil sonst nix los war - dauernd Parties hatten und meine Gaeste schon deshalb zu mir kamen, weil ich ihnen immer was Mitteleuropaeisches, Mediterranes oder Asiatisches (jedenfalls Unghanaisches) vorsetzte... Das fehlt mir.
Gedanke des Tages
Gestern sagte eine Kollegin: "Facts are facts. Perception is reality!" ("Fakten sind Fakten. Wahrnehmung ist Wirklichkeit!"). Forscher - und der Rest der Welt, vermutlich - lassen sich in zwei Gruppen aufteilen, die, die mit dem ersten Satz auskommen und die, die den zweiten brauchen.
Mittwoch, März 12, 2008
Zwei Nachgedanken zu "Krieg foerdert Emanzipation"
Im Europaeischen Kontext gibt es da zwei gegensaetzliche Beispiele: Nach dem ersten Weltkrieg, in den wilden 20ern eroberten Frauen ploetzlich Bereiche von Politik und Gesellschaft, die ihnen vorher verschlossen waren. Nach dem zweiten Weltkrieg dagegen gab es einen grossen gesellschaftlichen Backlash, also eine Gegenbewegung, wo den Frauen die Selbstaendigkeit, die sie im Krieg beweisen mussten, in den 50er Jahren systematisch wieder entzogen wurde und das ideale Frauenbild das huebsche Heimchen am Herd war.
Abonnieren
Posts (Atom)

