Freitag, November 30, 2007

ganz vorsichtig halb aufatmen....

meine Kollegen schreiben mir, dass das Hotel nur 35 Minuten vom Flughafen ist. Ich atme nur vorsichtig auf, denn noch bin ich nicht losgeflogen...

Gehen Sie zurueck auf Los,

ziehen Sie keine 40000 DM ein...

Sagte ich, dass ich gerne am Flughafen bin? Ja, da lachen sich die kleinen boesen Feen, die einem die Wuensche immer woertlich erfuellen, mal wieder in die Tasche.

Morgens frueh um acht hab ich das Haus verlassen, war frueh am Flughafen, hab eingecheckt, bin durch die Kontrollen gegangen, hab gefruehstueckt und diesen Quatsch ueber "gern am Flughafen sein" geschrieben, dann bin ich ins Flugzeug eingestiegen, hab mich hingesetzt, hab zwei Stunden rumgesessen, in denen das Flugzeug sich nicht bewegte, bis wir schliesslich alle gebeten wurden, fuer einen Moment wieder auszusteigen, hab dann stundenlang in Schlangen gestanden und bin nun, um halb sechs abends wieder da, wo ich heute morgen aufgewacht bin.

Morgen um neun soll der Flug dann tatsaechlich losgehn. Dann werde ich - wenn alles gut geht - Sonntag mittag in Peking sein. Ob ich zu meinem eigenen Vortrag Sonntag um halb vier erscheinen werde oder nicht, haengt dann davon ab, wie weit das Hotel vom Flughafen ist und ob der Flug wenigstens puenktlich verspaetet ist...

Ich bin froh, wenn ich am Flughafen bin


Natuerlich ist fliegen – vor allem Langstrecken – anstrengend und geht einem irgendwann auf den Geist etc. pp. Aber nach anstrengenden Wochen im Buero fuehlt sich das super an, nun am Flughafen zu sein, zu wissen, dass ich mich wie ein Koffer nur von einem Fliessband zum naechsten schieben muss und in diesem Zeit-und-Raum-Vakuum bin, in dem ich mir erlaube, mein Hirn auszuschalten, billige Buecher und schlechtes Essen zu verschlingen und akzeptiere, dass es meine einzige Aufgabe ist, rechtzeitig am richtigen Gate zu sein und kein Gepaeckstueck zu verlieren. Obwohl ich selbst mich auf Kaffee und Wasser beschraenke, ist der Flughafen einer der wenigen Orte, wo ich absolut nachvollziehn kann, dass sich Reisende friedlich und gepflegt schon am fruehen Morgen mit Bier in die richtige Reisestimmung bringen.

Dicker Hund(esack)

Freunde meiner Mitbewohnerin haben einen Hund, der auf Hundeshows gehen wird. Als sie vor ein paar Tagen bei uns zu Besuch waren, erzaehlten sie uns, was da so abgeht. Wusstet Ihr, dass hier nur die Hunde, die fuer Shows und Zuechtung gedacht sind, ihre Maennlichkeit behalten? Und auf den Shows gucken sich die Preisrichter den Hund natuerlich von allen Seiten an… Dazu gehoert auch ein beherzter Griff in die Koeterkloeten. Und weil wir hier im Land der unbegrenzten Moeglichkeiten sind, wo jeder Mann ein Self-made-man und jeder Hund ein Self-made-dog sein kann, verlassen sich Hundebesitzer nicht einfach auf Zuechtung und natuerliches Wachstum. Wenn Dein Showhund keine ueberzeugende Ausstattung aufweist, gehst Du einfach zum Hundeschoenheitschirugen und laesst ihm dicke kuenstliche Dekohoden einbauen. Ich stell mir vor, die der Vertreter von Hundekunsthoden versucht, eine Freundin zu finden und was passiert, wenn er sagt: “Guten Tag, ich bin Sam, ich mach in Koeterkloeten.”

Es geht los

Die Koffer gepackt, den Flughafenshuttle bestellt, die Stiefel geschnuert, auf nach China!

Donnerstag, November 29, 2007

Idiotensicher?


Mein Tangokontakt in Peking versichert mir: Wenn man diese Karte einem Taxifahrer unter die Nase haelt, gelangt man zum Tango, auch wenn man kein Wort chinesisch spricht oder liest.
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Verfettung vorbei

Meine Morgenzeitung sagt, dass die zunehmende Verfettung der Amerikaner langsam zum Stillstand kommt. 34 % der Amerikaner sind demnach inzwischen uebergewichtig und es ist in der letzten Zeit keine weitere Zunahme (haha) zu verzeichnen. 1980 waren 15% der Amerikaner uebergewichtig. Die Zeitung fragt sich nun, ob das daran liegt dass viele Restaurants inzwischen kleinere Portionen servieren oder dass mehr Leute Sport machen. Und es ist wirklich war, bei meinem ersten Aufenthalt hier war es mir unmoeglich, im Restaurant den Teller leer zu essen, jetzt ist es mir schon mehrfach passiert, dass ich mit einem leichten Hungergefuehl aufsteh. Oder sagt das eher was ueber meine zunehmende Verfressenheit?

Wie auch immer, ich glaube der Grund fuer eine Saettigung des Verfettungstrends ist eher, dass in jeder Bevoelkerung nur ein bestimmter Prozentsatz der Leute es in sich traegt, fett zu werden. Es gibt ueberall Leute, die koennen essen, was sie wollen und nehmen nicht zu. Und es gibt in den meisten westlichen Gesellschaften Leute, die sich niemals erlauben wuerden, zu essen, was sie wollen, und ebenfalls nicht zunehmen. Und, so richtig ueberzeugend ist das Aufatmen dann doch nicht, denn die Tatsache bleibt bestehn, dass jeder dritte dick ist und dass die Dicksten heute viel dicker sind als die Dicksten in den 80ern...

Mittwoch, November 28, 2007

Weil Tango ja letztlich nur gehen ist

vorwaerts, rueckwaerts und zur Seite, kann man zu der unterschiedlichsten Musik Tango tanzen. Es hilft, wenn es entweder einen Vierviertel oder einen Dreivierteltakt hat. Aber bitteschoen, wieviel Musik gibt es denn, die im Siebenachteltakt geschrieben ist. Und ich hab auch schon von Leuten gehoert, die zu Tibetanischen Meditationsgesaengen ganz ohne Takt den schoensten vertraeumtesten Tango tanzten. Trotzdem gibt es bestimmte Nicht-Tangos, die sich besser zum Tangotanzen eignen als andere. Woran das liegt, verschliesst sich mir. Aber wie sich das anhoert (naemlich wunderschoen), koennt Ihr hier ausprobieren:
http://www.demetriusgonzalez.com/tango/bailonga.html

Zum Thema Gehen hat mir mein Tangolehrer gestern als Hausaufgabe mitgegeben, jeden Tag eine halbe Stunde durchs Haus zu gehn. Oder durchs Hotelzimmer oder im Flughafen auf und ab. Obwohl er selber zugeben musste, dass ich im Flughafen vermutlich den ein oder anderen verwirrten Blick ernten werde, wenn ich gemessenen Schrittes rueckwaerts schreite und mich darauf konzentriere, das Gewicht erst im letzten Moment zu verlagern. Ob es reicht, wenn ich mir jeden Tag eine halbe Stunde lang vorstelle, rueckwaerts zu schreiten?

Der letzte Satz war nicht vollstaendig: Ob es reicht, um komplett deppert zu werden, wenn ich mir jeden Tag eine halbe Stunde lang vorstelle, rueckwaerts zu schreiten? Deppert oder erleuchtet... wenn zwischen den beiden tatsaechlich ein Unterschied besteht.

Habe eine Email von Barbara aus Peking bekommen mit einer Anfahrtsskizze zum Tangolokal mit chinesischen Schriftzeichen, so dass ich sie dem Taxifahrer unter die Nase halten kann.

Helfen gute Wuensche?

Ich bin mir da nie so sicher, hoffe aber dass Gutes wuenschen irgendwas in Bewegung setzt. Das hilft, denn was kann ich tun, ausser wuenschen, wenn ich mit meinem ghanaischen Assistenten telefoniere und er erzaehlt, dass seine Mutter seit Monaten krank ist und sie alle moeglichen Tests in Bolgatanga und Accra gemacht haben und einfach nichts finden koennen.

Als ich zum ersten und einzigen Mal richtig Malaria hatte und mir die Krankheit so auf den Geist ging, dass ich nicht wusste, wohin mit mir, bin ich zu ihr gefahren (sie ist Krankenschwester und Apothekerin) und hab mich in der Apotheke auf den Stuhl gesetzt, ihr gesagt, wie ich mich fuehle, einfach nur um zu wissen, ob das normal ist und damit eine muetterliche Frau mir sagt: Alles ist gut, Du musst nur regelmaessig Deine Medizin nehmen, gut essen und noch ein wenig Geduld haben. Danach war alles gut (obwohl mich die Malaria weiter nervte).

Tangokurse in Peking

werden von der golden dancing academy angeboten: http://goldendancing.com/en/showinfo_wd.asp?id=968

Dienstag, November 27, 2007

Ich habe ein Visum fuer China!

Fuer Leute, die mich nicht kennen, hoert sich das nicht an wie etwas, was ein Ausrufezeichen verdient. Eher wie eine Reiseinformation des auswaertigen Amtes:

Bundesbuerger benoetigen zur Einreise ein Visum, das vor der Ankunft eingeholt werden muss.

Aber, diese Reiseinformationen sagen natuerlich nicht, was meine Damen aus der Reiseabteilung mir gestern sagten: Du hast nur noch zwei leere Seiten in Deinem Reisepass. In der Vergangenheit ist das schon passiert, dass die Chinesische Botschaft sich geweigert hat, Visa in volle Reisepaesse zu quetschen. Dann musst Du in die Deutsche Botschaft, zusaetzliche Seiten beantragen, das wird aber vermutlich laenger dauern als bis Freitag, Deine Kollegen mussten ihre Reise schliesslich absagen. (mein Vortrag in China ist Sonntag...)

Ihr koennt Euch vorstellen, wie gut ich letzte Nacht geschlafen hab, immer vor mich hinmurmelnd: Chinamann, Chinamann, lass mich rein...

Nun, grade kam die Nachricht: Gleich kannst Du Pass und Visa im sechsten Stock abholen kommen! Danke Chinamann. Ich werde auch ganz brav sein und aus lauter Dankbarkeit ganz viel Geld bei Dir ausgeben... Versprochen.

Montag, November 26, 2007

Auf der Mauer tanzen?

Wenn man Peking und Tango googled, findet man einen Techno-Club in Peking, der Tango heisst. Und eine email-adresse, die vielversprechend beijingtango@hotmail.com lautet und eine Verbindung zur ca. 200 Taenzer starken Pekinger Tangoszene sein soll. Ich habe ihnen grade eine email geschrieben: "Tanzen Sie zwischen dem ersten und achten Dezember? Und: wie kann ich Sie finden und mittanzen?" Ich bin gespannt.

Tangostunden bezahlen (s.u.)?

Von wegen! Ich komme grade von einem Tango Abend zurueck, der so ganz nach meinem Geschmack war. Zur Tanzstunde waren genau gleich viele Maenner und Frauen gekommen. Plus Eva. Und dem Tanzlehrer hatte seine Tanzlehrerpartnerin kurzfristig abgesagt. Also wurde ich zur Tanzlehrerpartnerin umfunktionniert, musste die Stunde nicht bezahlen und bekam als Gegenleistung danach noch eine Stunde Privatunterricht, waehrend alles um uns rum die gelernten Schritte ausprobierte.

Ha! Hab ich der Welt wieder ein Schnippchen geschlagen und zahle wenig Miete UND nichts fuer meine Tanzstunde. Muss ich morgen gleich in die Stadt gehn und irgendwas Teures kaufen, um die Kohle loszuwerden.

Reich sein

In Ghana war allen klar, dass ich reich bin, das sieht man doch an der Hautfarbe. Selbst wenn alle Ghanaer, die mich zu Hause besuchten, verwirrt waren: "Wie kann jemand, der auch nur den geringsten Selbstrespekt hat, Kohle haben aber keinen Fernseher und auch sonst keine coolen teuren technischen Geraete?" (Die Verbindung zwischen Selbstrespekt und Fernseher hat ein Besucher tatsaechlich gemacht.)

Aber hier? Nun, gestern wurde mir klar, dass ich hier ebenfalls gleich eingeordnet werde. Ein Bekannter lud mich zum Essen ein und begruendete das damit, dass er sich das besser leisten kann als ich. Nun hatte er mir sein Jahreseinkommen im Detail dargelegt (ich hab aber aus Prinzip nicht zugehoert), er hat aber keine Ahnung, wie viel ich verdiene. "Ja," sagt er "aber ich hab gesehn, wie Du wohnst, Du wuerdest ja sicher anders wohnen, wenn Du's Dir leisten koenntest." Ausserdem hat er gesehn, dass ich kein Auto hab und sicher nicht zwei Autos, so wie er.

Das hat in meinem Kopf drei Gedankengaenge angestossen:

1. Als ich zum ersten Mal in dieses Hexenhaeuschen kam und mit Mitbewohnerin / Vermieterin J. Tee trank, fuehlte ich mich sofort zu Hause und spuerte: Hier bin ich Mensch, hier kann ich sein. Eine Eva-foermige Nische in der Welt. Warum haette ich mir ein grosses leeres Apartment suchen sollen, dass ich dann mit Dingen haette fuellen muessen. So bin ich mit meinen Buechern, Klamotten, Schuhen, einem Messer, einem Kartoffelschaeler, zwei Plaetzchenformen und vier Tellerchen eingezogen und konnte gleich anfangen, zu Hause zu sein. Das fuehrt zu Gedanken 2:

2. Sachen: Mit jedem Umzug hab ich weniger und das fuehlt sich wunderbar leicht an. Was ich zuruecklasse, vermisse ich nicht und muss ich nicht schleppen.

3. Ich weiss nicht, wer von uns mehr verdient und das ist auch unwichtig. Aber ich koennte wetten, dass ich mehr von meinem Einkommen uebrig hab, um es fuer Dinge auszugeben, die mich gluecklich machen. Denn ich muss nicht jeden Monat mein Haus abzahlen und in Stand halten, oder eine horrende Miete, meine Autos versichern, mit Benzin fuellen und reparieren und all diese regelmaessigen Ausgaben taetigen, von dem ich keinen Gluecklichkeitszuwachs mehr spuere. Da zahl ich doch lieber wenig Miete und viel Tangostunden.

(Gedanke 4 in Klammern: Ich glaube, ich bin komisch.)

Sonntag, November 25, 2007

Wo ist zu Hause?

Dong ist einer meiner Tangopartner und kommt aus... Korea? Er ist schon lange in den Staaten und arbeitete frueher als Oekonom irgendwo, wo er vor allem viel Geld hin und her schob. Nebenher hat er schon immer asiatischen Kampfsport unterrichtet, aber irgendwann kam der Punkt, wo er mehr Sinn im Leben brauchte. Inzwischen unterrichtet er Vollzeit und hat ein Projekt gestartet, in dem er Strassenkinder durch Kampfsport zu lernen hilft, in ihrem eigenen Koerper zu Hause zu sein. Er faengt an zu strahlen, wenn er davon erzaehlt, dass jeder sein urspruenglichstes zu Hause immer bei sich hat und niemand, der einen Koerper hat, wirklich heimatlos sein kann. Wenn er mit mir tanzt, spuer ich seinen Sport durch den Tango hindurch. Als wir ihm zusehn, sagt mein Krankenpflegertanzpartner: Siehst Du, wie der nie die Balance verliert und immer weiss, wo sein Koerper ist? Dadurch faellt es ihm ganz leicht so charmante Posen zu tanzen, wo sich der Dame Bein um ihn wickelt und er einen Schritt zuruecktritt, so dass sie diagonal auf ihm lehnt.

Weihnachtszebras


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Fehler...

Da kann man mal sehn, wie unwichtig mir die Religion unserer Politiker ist. Selbst bei dem einzigen, dem ich (s.u.) irgendeine Religioesitaet zuordnen kann, liege ich falsch. Evangelisch, nicht katholisch.

Samstag, November 24, 2007

Nicht kuessen

Der Sohn eines Bekannten hier (Anfang 20) hat sich selbst auferlegt: Kein Kuss vor der Ehe. Kein Kuss!

In Ghana hab ich viel mit Superchristen zu tun gehabt, die immer in die Kirche rannen und staendig von Jesus redeten, aber... Selbst die harschesten Religionen, wenn mit der ghanaischen Mentalitaet verbunden, werden irgendwie weich, quasi katholisch im Sinne von: Erst kommt der Karneval, dann die Beichte am Aschermittwoch, dann kann man von Neuem zu suendigen anfangen...

Andererseits, wenn man sich nun mal ueberzeugt hat, dass die Ehe der einzige Ort ist, wo koerperliche Verbindung zwischen Maennern und Frauen hingehoeren, ist es vermutlich einfacher (und ehrlicher) schon vor dem ersten Kuss halt zu machen. Das macht mehr Sinn, als alle abenteuerliche Akrobatik zu erlauben, ausser Sex im ganz allerengsten fortpflanzungsrelevanten Sinne...

Wenn man die Welt von Europa aus betrachtet, kann man das Gefuehl kriegen, dass Religion sich mehr und mehr zurueckzieht zugunsten eines Mainstreams, der nicht atheistisch ist, sondern sich um Fragen der Religion einfach gar nicht kuemmert... Wenn man dann irgendwo anders ist als in Europa, merkt man, dass man nur in seiner eigenen Suppe rumschwamm. Wenn ich Leuten hier erzaehle, dass es bei uns ein Tabu ist, mit Bekannten zu bereden, was man glaubt, dass wir eher ueber sexuelle als ueber religioese Vorlieben reden, ernte ich Erstaunen.

(waehrend es in diesem blog um persoenliche Details geht, die manchmal ein Licht auf das groessere Ganze werfen, schreiben andere aus entgegengesetzter Richtung. Ueber die Bedeutung der Religionszugehoerigkeit amerikanischer Praesidenten, hier: http://www.opinionjournal.com/columnists/pnoonan/?id=110010893. Meine Gedanken dazu: Ich weiss von einem einzigen deutschen Politiker, welcher Religion er angehoert, Johannes Rau ist katholisch. Ach ja und dann war da noch dieser gruene tuerkischstaemmige Bundestagsabgeordnete, der einen Skandal ausloeste, weil er eine zweite Ehefrau nahm und sich dabei auf seinen islamischen Glauben berief...)

Aufgehoben in der Welt

Thanksgiving war, als waere ich die neue Schwiegertochter in einer Familie, die mich mit offenen Armen empfaengt. Ich war Teil von "die Kinder helfen in der Kueche" und hab mir den Bauch vollgeschlagen.

Gestern kam dann die naechste Feiertagseinladung, die mich ruehrte, obwohl ich sie ablehnen muss. Das ist eine laengere Geschichte. Viel laenger, denn sie beginnt vor 40 Jahren mit einer jungen Amerikanerin, die ein Jahr in Deutschland studiert. Sie war mit meinem Vater und dessen Familie befreundet, zog dann zurueck in die USA und verschwand fuer die naechsten Jahrzehnte in ihrem eigenen Leben.

Vor ein paar Monaten erhielt ein Vater eine email: "Bist Du der, den ich vor 40 Jahren kannte?" Sie plante eine zweite Deutschlandreise und ob sie mal vorbeikommen koennte. Also machte man zwei Tage lang Eifel-Ausfluege und erzaehlte sich das Leben - und dazu gehoerte auch: "Und unsere Tochter ist grade in die Staaten gezogen." "Oh, dann muss sie mal vorbeikommen, ich hab ein grosses leeres Haus (nachdem die Soehne ausgezogen sind) vor den Toren New Yorks..."

Das hat bislang noch nicht geklappt, wir haben ein paar emails ausgetauscht und einmal telefoniert. Gestern schrieb sie dann:

"Ich weiss ja nicht, was Du Weihnachten vorhast, aber falls Du hier bist, bist Du herzlich eingeladen, fuer ein paar Tage zu uns gekommen. Ich erinner mich noch immer voller Waerme an das Weihnachten, das ich mit Deinen Grosseltern verbracht habe und wuerde mich freuen, ihrer Enkeltochter die gleiche Gastfreundschaft zukommen zu lassen."

Freitag, November 23, 2007

Was schoen macht

Passfotos in Ghana machen.

In Schwarzafrika sind die Passportfotografen ganz auf Schwarzafrikaner eingestellt. Deshalb sind die Bilder, die sie von Weissen machen, immer ueberbelichtet, was einem (auf dem Bild) diese falten- und fleckenlose durchscheinende ueberweisse Elfenschoenheit verleiht.

In der Drogerie um die Ecke hat man diese Kunst noch nicht gelernt und deshalb sieht mein Passfoto viel zu realistisch aus und ich bin froh, dass die Chinesen (hoffentlich) ihre Visa nicht nach Schoenheit verteilen.