Freitag, Juli 16, 2010

Kleiner Liebling...

Entwicklungspsychologen wuerden das vermutlich fruehkindliche Abgrenzung nennen, ich finde das nur abwechselnd extrem anstrengend und lustig - manchmal beides gleichzeitig. Sarah hat jetzt den boesen Blick gelernt und mitten im Spielen guckt sie ploetzlich sehr boese und haut einen. Schmerzhaft. Oder schiebt den Unterkiefer vor und man weiss, die bereitet sich aufs Beissen vor. In dem Fall sorge ich immer dafuer, dass sie am Ende aus Versehen die eigene Hand im Mund hat und nicht meine. Da kann sie dann beissen, was sie will.

Nun dachte ich gestern, dass wir einen Durchbruch zum Thema Freundlichkeit hatten, weil sie mir so lieb und ausdauernd, ei-ei, den Arm gestreichelt hat. Bis mir dann auffiel, dass sie vor jedem "Ei" ihre Hand grossflaechig anleckte und dann die Spucke froehlich auf mir verschmierte. Das kleine Biest ist mir doch immer einen Schritt voraus...

Montag, Juli 05, 2010

Oeffentliche Kuehlschraenke

Diese Woche soll es bis ueber 38 Grad heiss werden. In Vorbereitung darauf hat die Stadt New York oeffentliche Kuehlraeume eingerichtet, in denen die Menschen ueberleben koennen, die keine Klimaanlage haben. Obdachlose und andere Uncoole.

Unser Haus ist zwar gekuehlt, aber Sarah wird irre, wenn sie den ganzen Tag niemanden sieht ausser ihre langweiligen Eltern. Also hat mein Mann sie heute morgen um halb acht zum Spielplatz gebracht, damit sie die Morgenkuehle (die eigentlich auch schon stickige Morgenwaerme ist, aber eben noch nicht Mittagshitze) nutzen kann. Und fuer tagsueber gibt es dann Museen, Einkaufszentren und andere oeffentliche Raeume, wo wir rumhaengen und alle Fremden gruessen koennen. Heute ist Montag (Museen zu) und Feiertag (Geschaefte zu oder nicht?), was unsere Optionen ungemein einschraenkt. Also verwuesten wir jetzt erstmal das Haus...

Donnerstag, Juli 01, 2010

Babies die bellen, beissen auch

Gestern sind Sarah und ich nach der Arbeit auf einen langen kurzen Spaziergang gegangen. Weil Sarah selbst gelaufen ist, war er lang: 1 Stunde und kurz: 50 Meter. In unserer Nachbarschaft, gleich gegenueber der Kirche, deren Treppe Sarah zehnmal raufklettern will, lebt ein Pitbull, der einen Grossteil des Tages im Vorgarten bellt. Also hat Sarah zurueckgebellt. Etwa genauso laut wie ihr neuer Hundefreund and voller Begeisterung, dass er lauter und lauter bellte, als sie lauter und lauter bellte. Ja, der Hund hat dabei die ganze Zeit mit dem Schwanz gewedelt, aber was heisst das schon bei einem Pitbull: "Ich mag Dich, Du siehst aus wie ein koestlicher Snack"

Naja, wenn ich's mir recht ueberlege, Sarah hat immer noch die unangenehme Angewohnheit, ihre Zuneigung durch ziemlich brutale Liebesbisse zu zeigen. Wahrscheinlich war ihr Gespraech mit dem Pitbull ein Erfahrungsaustausch unter Feinschmeckern.

Meine Freundin Noora fragt: "Haben alle Babies so einen ausgepraegten Charakter?"

Montag, Juni 28, 2010

Schwimmen, schlafen, Zaehne klappern, Mondscheintango im Hafen

Das alles und noch viel mehr kann man machen, wenn die amerikanischen Grosseltern ein Wochenende lang Haus und Kind hueten. Also sind mein Mann und ich zum ersten Mal seit wir Eltern sind allein zu zweit unterwegs gewesen, zur Hochzeit unserer Freunde, die die Freundlichkeit besassen diese am Meer zu feiern (zwei Fliegen mit einer Klappe sozusagen). Am schoensten an der Hochzeit war der Abend davor, wo wir in kleiner Runde im Hof der Familie sassen und sie Fische und Muscheln und Maiskolben auf den Grill warfen und keiner steif in Hemd und Krawatte gezwaengt war. Ach ja, und natuerlich im eisigen Meer schwimmen und dabei mit einer dicken fremden Frau plaudern, die gar nicht (wie ich) mit den Zaehnen klapperte.

Aber, egal wie schoen Hochzeit und Meer waren, New York ist New York. Da kann kein Fisch gegen anpupen (Pupen Fische?). Und waehrend Sarah auf unserer letzten New York Reise unentwegt geschrieen hat, konnten wir nun jeglichen schreienden Babies den Ruecken kehren und Harlem, ueber Central Park und Pier 16 (Tango im Mondschein neben riesigen Segelboten) alles in Ruhe und grinsend geniessen. Eine neue Sehenswuerdigkeit, die sich unbedingt lohnt, schon weil's so ungemein entspannend ist: Die Highline, ein Park, der auf einer ehemaligen Hochbahntrasse angelegt ist. Vom vierten Stock (oder so) schaut man auf den etwas rauen Meatpacking District, waehrend man auf skandinavisch anmutenden Holzplanken mit kunstvoll-wilden Blumen und Liegebaenken Richtung Sonnenuntergang lustwandelt.

Dienstag, Juni 15, 2010

Stille Post auf Bahasa mit verbundenen Augen...

Verstehst Du Bahasa? Ich auch nicht. Trotzdem werde ich dafuer bezahlt, dass ich Sonntag Nacht zwischen 10 und 2 einer Gruppe Indonesier dabei zuhoere, wie sie auf bahasa diskutieren und etwas malen, was ich nicht sehen kann. Das nennt man online training, bei denen ist schon Montag Morgen und wenn die diskussion sich gar zu lang hinzieht, ist es verlockend, mich ein wenig in Sarah's Laufstall langzulegen, Telefon mit Bahasa auf Lautsprecher neben mir und vielleicht nur einen klitzekleinen Augenblick die Augen zu zu machen. Das waere dumm, denn obwohl wir einander nicht sehen koennen, sollen sie mich nicht schnarchen hoeren. Und alle 10 Minuten sagt einer auf Englisch: "Eva, we have one question" oder "We are ready" Und dann muss ich hellwach klingen und ihnen sagen, was sie als naechstes tun sollen. Das ganze erinnert mich an das Kinderspiel, bei dem man mit verbundenen Augen zu malen versucht und alle muessen raten, was das ist. Am Ende schicken sie mir ein Foto und ich kann sehn, wie gut sie meine Instruktionen verstanden haben.

Wenn ich beim Friseur sitze und der mich fragt, was ich denn beruflich mache, weiss ich nie, was ich sagen soll... "Ich werde dafuer bezahlt, dass ich nachts Leuten am anderen Ende der Welt dabei zuhoere, wie sie in Sprachen, die ich nicht spreche, Dinge diskutieren, von denen ich keine Ahnung habe."

Echt? Und damit kann man Geld verdienen? Wo kann ich mich bewerben?

Montag, Juni 07, 2010

Eva's kleine Lebensweisheiten

Wenn die Klemptner im Haus sind um gleichzeitig beide Toiletten auszuwechseln... NICHT TRINKEN! KEINEN SCHLUCK!

(Wie kann man nur so bloed sein. Nu sitz ich hier und versuche nicht an plaetscherndes Wasser zu denken...)

Freitag, Juni 04, 2010

Heldentag

Letztes Wochenende war Memorial Day, also Kriegsheldengedenktag. In Deutschland dreht sich so ein Tag um eine Generation, die inzwischen groesstenteils an Altersschwaeche (wenn nicht im Krieg) gestorben ist und die ausserdem auf der Seite der Boesen war und deshalb nicht als Helden verehrt wird. Hier ist das anders, weil die Amis ja immer die Guten sind (hm...) und weil jede Generation mindestens einen Krieg hat, der sie mit neuen Veteranen versorgt, Korea, Vietnam, Irak eins und zwei, Afganistan... Und mit staendig verbesserter medizinischer Versorgung steigt die Zahl der extrem verstuemmelten Veteranen, die ueberleben und nun mit Anfang 20 ohne Arme, Beine und Gesicht wieder zurueck zu Hause sind.

Weil jede Familie ihre eigenen Kriegshelden hat oder kennt, ist der Heldengedenktag nicht einfach nur ein freier Tag und ein langes Wochenende, sondern fuer die meisten Amerikaner ein emotional patriotisches Ereignis. Wir waren beim Capitol, wo hunderttausende Harley Davidson fahrende Vietnam Veteranen ihre jaehrliche Motoratdemonstration fuer bessere Veteranenversorgung und Unterstuetzung der Kriegsgefangenen fuhr. Keiner weiss warum, aber Harley Davidson und Vietnam Veteranen gehoeren zusammen als waeren sie aneinander geschweisst. Fransen, graue Baerte, Leder, Baeuche, Amerikanische Flaggen ueberall und die Zuschauer rufen "Danke! Danke! Danke!"

Waehrend ein Grossteil des dieser Demonstration wie ein farbenfroher familientauglicher Umzug aussieht, gab es ein Bild in der Mitte des Ganzen, das sich mir ins Gedaechdnis eingebrannt hat und da einfach nicht mehr raus will. Ein Wagen zog einen kleinen Bambuskaefig, in dem man weder aufrecht stehen, noch ausgestreckt liegen konnte. Darin hockte ein langhaariger, halbnackter Mann.

Mein Mann sagte: "Einer meiner Kollegen war zweieinhalb Jahre in so nem Kaefig gefangen."

Montag, Mai 24, 2010

Hilfe, Sarah kann noch kein Chinesisch

Letzte Woche traf ich eine Mutter mit 18 Monate altem Kind. Wir haben uns ueber die neusten Entwicklungen der lieben Kleinen unterhalten, aber nach dem Gespraech war klar, dass ich Sarah nicht ausreichend foerdere. Schliesslich kriegt Sarah keinen Chinesischunterricht (obwohl das doch die Geschaeftssprache der Zukunft ist), lernt noch nicht Blockfloete und wird auch nicht mit zwei Jahren anfangen Balletstunden zu nehmen.

Donnerstag, Mai 20, 2010

Wanderbuero

Unser neues Haus hat drei (winzige) Stockwerke und hundert Kleinigkeiten, die die Aufmerksamkeit eines Handwerkers erfordern. Also hatte ich heute einen charmanten Waendestreicher und Tuerstopperanbringer im Haus (gestern und vorgestern auch...). Meine Arbeit hingegen hat sicherlich mehr als drei Stockwerke und ebenfalls hundert Kleinigkeiten, die alle meine Aufmerksamkeit erfordern. Und heute ausserdem unentwegtes Telefonieren mit Kunden und Kollegen ueberall. Also bin ich mit Telefon und Computer den ganzen Tag von einer Etage zur naechsten gezogen, dem Handwerker immer einen Schritt voraus, die Kaffeetasse unter's Kinn geklemmt und hab mich ganz modern gefuehlt.

Montag, Mai 17, 2010

Menopause Salto Mortale rueckwaerts

Also, wir wissen ja fast alles ueber fast jedes Thema. Ausser den eigenen Koerper. Wusstet Ihr zum Beispiel, dass Stillen dem Koerper vormacht, er (also sie) waere in den Wechseljahren? Also hab ich jetzt schon ne Ahnung davon, dass ich in den Wechseljahren vermutlich arge Knochenschmerzen haben werde.

Aaaaber... wusstet Ihr denn auch, dass aufhoeren zu Stillen ist wie Menopause Salto Mortale rueckwaerts ohne Netz und mit schreiendem Blag im Hintergrund? Natuerlich nicht. Ich auch nicht. Und dass das alles auch noch mit zwei Monaten Verspaetung einsetzt... Deshalb renn ich auch wie'n Bloed zum Arzt, um einen Malaria Test zu machen. Von wegen Fieberschuebe. Hitzewallungen! Der Arzt sagte mir nicht ins Gesicht, dass ich ein Simulant sei, aber deutetet an, dass manche Leute auch Schweissausbrueche haben, wenn sie Panikattacken haben. Ich hab ihn dann nicht gefragt, ob diese Leute dabei auch Panik fuehlen... schliesslich hatte ich zwar den Schweiss aber nicht die Angst.

Was mich auch auf Malaria schliessen lies, war dass ich so gar keinen Hunger mehr hatte. Ich hab ja jetzt zwei Jahre lang bei jeder Mahlzeit fuer drei ausgewachsene Maenner gegessen. Und dann noch Nachtisch. Jetzt leg ich nach einer Voegelchenportion damenhaft die Gabel nieder und bin geschafft. Ja klaaar, sag ich jetzt, natuerlich auch ein Effekt des Abstillens, schliesslich fuettert mein Koerper nicht mehr dieses kleine Wesen, was wie drei ausgewachsene Maenner bruellen kann. Also, seit einer Woche kann man sich mit mir wieder ne Pizza teilen und satt werden. Der Scheunendrescher ist sicher geparkt.

(Warum ich solche doch recht koerperlich-privaten Details ins Internet schreibe? Weil's mir geholfen haette, wenn mir das alles vorher - oder waehrenddessen klar gewesen waere...)

Dienstag, Mai 11, 2010

Und ausserdem...

sind wir umgezogen. Das hat so viel Zeit und Aufmerksamkeit in Anspruch genommen, dass ich nicht dazu gekommen bin, darueber zu schreiben. Die Tochter unserer ehemaligen Vermieter war 2 Jahre im Kloster und hat nun ploetzlich beschlossen, dass sie doch nicht zur Nonne taugt, sondern lieber fuer konservative Politiker Reden schreibt. Und wieder in unser Haus ziehen will. Ungluecklicherweise hatte sie es so eilig und hat im Prozess recht wenig christliche Naechstenliebe gezeigt dass wir schliesslich umziehn mussten, waehrend ich in Afrika war. Mein Mann behauptet zwar immer, dass er gerne umzieht und das auch allein gewuppt kriegt, aber in den Geschichten der glorreichen Vergangenheit, gab es keine einjaehrigen schreienden Babys und keine Babysittermissverstaendnisse... Das es sich bei diesem Blog nicht um eine Horrorseite handelt, werde ich Euch Details ersparen. Nun sitzen wir zwischen Kisten in unserem neuen Haus und sind eigentlich ganz zufrieden. Wenn sich diese Kisten nur von selbst auspacken wuerden...

Was ist in der Windel drin?

Nein nein, nicht NACHDEM Sarah sie ne Nacht lang getragen hat... Ich hatte mir ja immer vorgestellt, dass Windeln sowas sind wie aufgeblasene Damenbinden und aus Papier, Watte, Plastik oder so bestehn. Nun hat Sarah das irgendwie geschafft, ueber Nacht eine durchgeweichte Windel aufzuknibbeln, und was sich da in ihrem Unterhemd knubbelte, sah nicht wie Papier, Watte oder Plastik aus, sondern wie... hm, vielleicht kleingehackter Wackelpudding? Kleine Geleeknuebbelchen, mit Urin vollgesogen, die irgendwie ungemein High Tech aussahen. Wer haette das gedacht...

Mittwoch, Mai 05, 2010

Geburtstagsvergesser...

Falls Du mit mir verwandt oder bekannt bist, habe ich bestimmt schon mal Deinen Geburtstag vergessen. Das ist quasi eine Spezialitaet von mir. Aber gestern hab ich das dann doch zu weit getrieben... und meinen eigenen Geburtstag vergessen. Frueh am Morgen sind wir aufgestanden, haben Sarah bei Ingrid abgeliefert und uns in den Umzugswahnsinn gestuerzt. Um zwanzig nach zehn hab ich ne Fruehstueckspause gemacht und nur mal so in meinen Kalender geguckt. Die Uhrzeit weiss ich genau, denn da wurde mir ploetzlich klar, dass heute mein Geburtstag und ausserdem Sarah's Arzttermin war. Um elf. Was unmoeglich einzuhalten war, denn zu Ingrid laufen dauert ne Viertelstunde, zum Arzt von da ne gute halbe Stunde. Also hab ich mir schnell selbst herzlichen Glueckwunsch gewuenscht und bin losgelaufen. Zehn Minuten darf man zu spaet sein, und das hab ich, mit hechelnder Zunge in den Knien exakt geschafft.

Beim Arzt rausgefunden, dass Sarah in den letzten 6 Wochen gewachsen und schwerer geworden ist. Dann Sarah wieder abgeliefert und weitergeschuftet. In der Zwischenzeit hatte sich mein Mann auch an meinen Geburtstag erinnert und gratuliert.

Als wir endlich bereit waren, schoen essen zu gehn, waeren wir beinah beide am Tisch eingeschlafen und waren nach zwei Stunden wieder zu Hause.

Aber trotz allem, das war kein schlimmer Geburtstag. Mein schlimmster Geburtstag war irgendwann Anfang 30 auf einer Konferenz in Korfu, wo ich niemanden wirklich kannte und nur voller Selbstmitleid auf's Meer gestarrt hab und gedacht: Ich hab keinen Mann und kein Kind und auch sonst keinen, der sich um mich schert. (Entschuldigung an alle, denen ich was bedeute, aber wenn man im Selbstmitleid versinkt, ist man selten fair). Heute hab ich vielleicht vergessen zu feiern, aber ich bin an dem Punkt, nach dem ich mich in Korfu gesehnt hab und das fuehlt sich gut an.

Und jetzt guck ich mir (mit einem Tag Verspaetung) meine Geburtstagspost an.

Samstag, Mai 01, 2010

Afrikagruss

Malawier scheinen mir irgendwie zurueckhaltender als der typische Ghanaer. Aber was heisst das schon, jeder (ausser vielleicht dem typischen Nigerianer) ist zurueckhaltender als der typische Ghanaer. Aber obwohl vieles ein bisschen anders aussieht, ist der staerkste Eindruck doch, wie aehnlich es ist. Ich war seit eineinhalb Jahren nicht mehr in Afrika, das scheint nicht lang, aber in der Zwischenzeit ist so viel passiert... Zum Beispiel hab ich heute zum ersten Mal einem afrikanischen Verehrer gesagt, dass er mich nicht anrufen kann, weil mein Ehemann das nicht mag, ohne zu luegen. Also ich hab das immer gesagt. Aber bislang war das immer eine Luege, weil besagter Ehemann nicht existierte...

Als wir heute ueber Land und an den riesigen Malawi See fuhren, der so endlos aussieht, wie das Meer, hab ich viel und voll Sehnsucht an die Afrikareisen mit meinen Eltern gedacht.

Mittwoch, April 28, 2010

Wie ist Malawi?

Es gibt einen Flughafen, ein kleines Hotel mit Garten und Pool, ein Landwirtschaftsministerium, ein Gartenlokal mit europaeischem Essen und viel zu viele Forscher. Zumindest in dem Teil von Malawi, den ich bislang gesehen habe. Zum Glueck haben wir am Freitag ein Interview mit jemandem, der nicht in der Hauptstadt wohnt und werden deshalb tatsaechlich ein wenig Landschaft und vielleicht sogar ein paar echte Malawier (die nicht im Landwirtschaftsministerium oder der Gastronomie arbeiten) sehn. Vielleicht kann ich danach mehr berichten.

Montag, April 26, 2010

Uebermuedete Kurzmittteilung

Nach ueber 24 Stunden Anreise und nach eineinhalb Jahren Abwesenheit, habe ich heute zum ersten Mal wieder einen Fuss (und dann den anderen) auf den afrikanischen Kontinent gesetzt. Eben in Malawi angekommen. Hier war ich noch nie und werde wohl bei diesem kurzen Besuch (eine Woche) von Land und Leuten nicht viel mitbekommen, weil wir zu viele Interviews mit Buerositzern vorhaben... Es riecht nach Afrika und die Voegel kommen mir auch bekannt vor. Was mich erstaunt, ist wie feuchtkuehl es ist. So, jetzt werde ich mich dem Rat aller Jet-Lag-Experten wiedersetzen und mitten am Tag schlafen gehn. Meine Kollegin hat versprochen, mich zum Abendessen wieder aufzuwecken.

Freitag, April 23, 2010

Na endlich...

Wir hatten uns schon Sorgen gemacht. Seit fast zwei Monaten kann Sarah laufen und kein Fortschritt. Aber diese Woche wird sie endlich ihrem Erbe gerecht und faengt an zu tanzen. Den Tango hat sie noch nicht gemeistert aber dafuer einen hinreissenden Knie-Po-Wackler, sobald ich Musik anmache.

Donnerstag, April 22, 2010

Tierchenschutzgesetz

Hier gibt es ein Gesetz, das verbietet, Videos von Frauen in hochhackigen Schuhen zu machen, die kleine Tiere tottreten. Anscheinend gibt es fuer sowas einen Markt im Internet, aber das Tottreten kleiner Tiere mit Pumps (also nicht "Tiere mit Pumps" sondern "Tottreten mit Pumps") gilt den Amis als Tierquaelerei. Deshalb das Gesetz. Aber was, wenn die Frauen Turnschuhe tragen, oder groessere Tiere tottreten? Eine juristische Grauzone.

In die Zeitung kam dieses Gesetz im Zusammenhang mit einem Mann, der Hundekaempfe filmte und die Videos verkaufen wollte. Auf den, so hat das oberste Gericht entschieden, kann man dieses Gesetz nicht anwenden, weshalb er nicht drei Jahre ins Gefaengnis muss. Na, ein Glueck fuer ihn, dass keiner der Beteiligten (weder er noch die Hunde) hochhackige Schuhe trug...

Dienstag, April 20, 2010

Polizeistaaten

In Dueren hatten die Polizisten Schnurrbaerte und ihre wichtigste Aufgabe war es, uns Knoellchen zu geben, wenn wir mit dem Fahrrad auf dem Buergersteig oder ohne Licht fuhren. In Lueneburg trafen sich Hundertschaften aus ganz Deutschland, um Atomkraftgegner nasszuspritzen und wegzutragen. In Ghana gab es eine spezielle Polizistendichte vor Feiertagen, sie hielten einen fuer alle moeglichen eingebildeten und wirklichen Verkehrssuenden an und forderten "a little Christmas" oder "a little Easter" also einen Beitrag zu den Kosten des Feiertags. Netterweise sagten sie dem Uneingeweihten auch gleich wann und wieviel Bestechungsgeld an wen abzudruecken sei.

Und hier? Hier hielt eben unser Streifenpolizist an, als ich grade ueber die Strasse gehn wollte. Er staute den Verkehr hinter sich, um mir zu sagen: "Ich hab mal fuer Euch im Internet gesucht und ein paar nette Haeuser gefunden, die zu vermieten sind."

Montag, April 19, 2010

Afrikaha

Tatsaechlich, der Abreisetermin rueckt immer naeher, dieses Wochenende (wenn denn die Fluege gehen) werde ich zum ersten Mal nach Afrika fliegen, seit ich Mutter bin. Sarah wird mich vermutlich weniger vermissen, als ich sie. Maenne arbeitet diese Woche Ueberstunden, damit er naechste Woche mehr Zeit hat, die Nanny ist vorgewarnt und ich bin gespannt, wie es sich anfuehlt.

Aber jetzt gehen Baby und ich erstmal zu Mr Skip, Kindermusik am Morgen, dann kann Sarah mit dem Hintern wackeln, waehrend ich mir mit den anderen Muettern nen Kaffee trinke. Ich liebe es, in einer Grossstadt zu wohnen...