Samstag, September 05, 2009

Nicht im Stillen stillen

Die Stillschuerze gehoert hier zur Muttergrundausstattung, damit beim Stillen auch ja keiner irgendwelche unkeuschen Details sieht. Nun stillte eine Mutter in meiner Online-Muttergruppe in der Buecherei und wurde von der Bibliothekarin recht ruede zurechtgewiesen, ihr Kind mehr zuzudecken, wenn sie schon die Frechheit besitzt, da zu stillen. Ihrem Aerger machte die Mutter auf der email Liste Luft und wie es aussieht, wird es bald in der Buecherei ein Still-In (s. sit-in) geben, wo eine ganze Muetter Gruppe sich die Kids zur Brust nehmen wird. Ich bin gespannt...

Freitag, September 04, 2009

US Gericht sagt: Stillen hat nichts mit Schwangerschaft zu tun

Diese Ueberschrift hab ich mir nicht ausgedacht. Eine Frau in Ohio wurde von ihrem Arbeitgeber Totes/Isotoner gefeuert, weil sie regelmaessig und ohne um Erlaubnis zu fragen auf der Toilette verschwand, um Brustmilch abzupumpen. Sie hat den Arbeitgeber verklagt, aber der hat auch in der zweiten Instanz (Ohios oberstes Gericht) recht bekommen.

Die Frau zu entlassen verstoesst nicht gegen das Gesetz, das es verbietet, Frauen aufgrund ihrer Schwangerschaft und damit verbundener Umstaende zu diskriminieren, weil Stillen ja nicht eine notwendige Folge der Schwangerschaft ist. Sie koennte ja auch Babynahrung fuettern, soll sich halt nicht so anstellen. Auch die Tatsache, dass andere Angestellte ohne Erlaubnis einzuholen zu anderen Zwecken die Toilette aufsuchen, hat die Richter nicht beeindruckt.

http://www.salon.com/mwt/broadsheet/feature/2009/08/28/fired_for_pumping/index.html

Dienstag, September 01, 2009

Was ist fair?

Der "fair housing act" (also das "fair Wohngesetz") bestimmt, dass es nicht fair ist, in einer Wohnungsanzeige zu beschreiben, was fuer Mieter man will, denn das diskriminiert ja jeden, der nicht in die Kategorie faellt. Generell macht das Sinn, denkt man, dass es keine Anzeigen geben soll, wo steht: "Suche weissen Mieter fuer drei Zimmer Wohnung." Aber auch die Frau, die eine WG gruenden will und schreibt: "Suche weibliche Mitbewohnerin fuer Gruendung einer WG" verstoesst gegen dieses Gesetz. Weil sie ja die Maenner diskriminiert. Also muss sie in der Anzeige so tun, als wuerde sie genauso gerne mit einem Mann zusammen wohnen (denn auch Formulierungen wie "Frauen bevorzugt" gehen streng genommen nicht, da sie, offensichtlich, Frauen bevorzugen).

Ja sehen die nicht, dass so ein Gesetz letztlich das Leben der Diskriminierten noch beschwerlicher macht? Denn wenn sie sich auf die Anzeige melden, werden sie die Wohnung ja trotzdem nicht kriegen, denn das Gesetz mischt sich zwar ein, wenn die Anzeigen geschrieben werden, aber kann letztlich doch nicht vorschreiben, dass man einem Mann, einem Schwarzen oder wen auch immer man nicht haben will, die Wohnung vermietet.

Die groesste kostenlose Anzeigen website hier (craigslist) wurde grade verklagt, weil Nutzer haeufig gegen dieses Gesetz verstossen - wurde aber letztlich nicht verurteilt, weil das Gericht einsah, dass das wohl kaum die Schuld der website war... Ach Amerika...

Montag, August 31, 2009

Hauen und Stechen

Ist das normal? Sarah kann irgendwie noch nicht mit dem Mund eine Sache machen und mit den Haenden und Fuessen eine andere. Also, mit dem Mund trinken und den Rest stillhalten, ist unmoeglich. Wenn der Mund pumpt, muss sie mich mit den Fuessen im Rhythmus in den Bauch treten und mit den Haenden in die andere Brust kneifen. Es sei denn ich baue aus Kissen einen Bauchschutz und halte ihre Haende mit eisernem Griff fest.

Wenn ich mir die Vergleichsbabies aus meiner Bekanntschaft anseh, dann muss ich sagen: Sarah ist fried (wie man in Geich sagt), sie liebt wilde Spiele, haut mir den Kopf so ans Kinn, es mir weh tut und sie lacht nur, letztens hat sie ihren Vater so gegen den Hals getreten, dass ihm die Luft wegblieb und er fuer nen Moment dachte, er braucht nen Krankenwagen, aus Protest gegen meine ewige Tipperei krallte sie sich einfach eine Taste aus der Computertastatur, riss sie raus und wollte sie in den Mund stecken. Wenn ich die Babies meiner Freundinnen hochhebe, merke ich immer, dass ich mich ploetzlich beherrschen und zarter sein muss.

Samstag, August 29, 2009

Schoenheitspflege...

... ist nur fuer Sarahs Mutter noetig. Sarah selbst ist ja so schoen, dass die fuenf schwarzen Kosmetikerinnen erstmal ne Minute lang lautstark "Oh! Ah! Was fuer ein suesser Bursche!" gurrten, bevor sie mich fragten, was ich denn wollte (so nach dem Motto: Der Junge hat ja noch wen mitgebracht). Ja, ich weiss, in dieser Muetze sieht Sarah aus, wie ein franzoesischer Junge und nicht wie ein deutsch-amerikanisches Maedchen. Aber das wird dadurch ausgeglichen, dass es das Kleidungsstueck mit den meisten Komplimenten pro Minute ist.

Donnerstag, August 27, 2009

Sarahs Lieblingsbeschaeftigung

An Gesichtern ziehen (wie hier bei unserer Freundin Ruth) - an Nasen, Ohren, Haaren, Augen. Wie, an Augen kann man nicht ziehn? Das weiss Sarah aber noch nicht und versucht es deshalb trotzdem.

Mamamama, Papapapa

Natuerlich weiss Sarah nicht, was sie sagt. Und natuerlich heissen Muetter in den meissten Sprachen Mama (oder was, was so aehnlich klingt), weil das eines der ersten "Woerter" ist, die ein Baby automatisch sagt. Trotzdem trifft es mich mitten ins Herz, wenn ich sie hinlege und sie weiter rumgetragen will und ganz verloren (oder beleidigt) "Mama! Mama!" ruft.

Montag, August 24, 2009

Der Plan

Langsam gewoehnen wir uns daran, dass wir eine neue Mitbewohnerin haben und koennen auch ab und zu darueber nachdenken, wie wir es schaffen, nicht komplett wahnsinnig und eingeeltert zu werden - oder zu vervorstaedtern. Und ganz wichtig dafuer ist DER PLAN.

Der sieht so aus: Montag, Dienstag und Donnerstag abend darf ich ausgehn, Mittwoch, Samstag und Sonntag abend ist mein Mann dran und fuer Freitags suchen wir uns einen Babysitter. Das heisst nicht: Wir muessen an diesen Tagen ausgehn. Aber dadurch, dass wir einen klareren Plan haben, koennen wir einander sagen: Heute bist Du dran! Und der andere kann ausgehn, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.

Das Schoene ist, dass ich ja um zwei Uhr morgens, wenn er von einer Party nach Hause kommt, eh grade wach bin und stille, dann kann ich mir den begeisterten Klatsch und Tratsch ueber unsere gemeinsamen Freunde anhoeren und hab fast das Gefuehl, ich waere dabei gewesen.

Freitag, August 21, 2009

Essen auf Raedern

Die online Muetter auf dem Huegel (moms on the hill) machen ja die unterschiedlichsten tollen Sachen und eins davon ist meals on wheels (also Essen auf Raedern): Familien, die ein Kind erwarten koennen fuer die Zeit gleich nach der Geburt um Essen auf Raedern bitten, weil sie selbst ja kaum wissen, wo ihnen der Kopf steht. Und dann gibt es eine Liste im Internet, wo sich andere Muetter eintragen koennen, die ein Essen kochen und vorbeibringen wollen.

Das ist hier sowieso ein ganz wichtiger Teil der Kultur, wenn irgendwas los ist, bringen alle immer Auflaeufe an. Also typisch ist das bei Beerdigungen, die hier die typische jeder-bringt-was-mit-Party sind. Als ich meinem Mann erzaehlte, dass meine Mutter fuer alles Essen bei der Beerdigung meines Vaters selbst bezahlt hat, war der schockiert.

Mittwoch, August 19, 2009

Besser arm dran als Arm ab...

In den 80ern hatten die coolen Kids alle Tennisarm. Meine Eltern konnten sich sowas nie leisten und so musste ich bis in die spaeten 90er warten, bis ich mir einen Magisterarbeitsarm zulegen konnte. Tennis ist inzwischen out, Babies sind in und deshalb ist der neuste Trend: Babyarm. Nur ist dieser Babyarm nicht an einer Babyschulter befestigt. Zumindest nicht permanent. Wie beim Tennis- und Magisterarm ist der empfohlene Weg zur Heilung: Schonen, Bewegung nicht mehr ausfuehren. Sarah nicht mehr hochheben??? Sonst noch Vorschlaege?

Sonntag, August 16, 2009

Cool Mama

Es gibt viele Gruende, warum ich froh bin, dass ich jetzt Mutter bin und nicht vor 30 Jahren (also nicht nur, dass das biologisch gesehn ein bisschen schwierig gewesen waere). Das faengt ja schon in der Schwangerschaft an, coole H&M Klamotten statt Blumenzelte. Und die Einstellung der meisten Vaeter zu ihrer Brut (und der damit verbundenen Arbeit) hat sich auch zum Positiven entwickelt. 1000 Details haben sich veraendert, irgendwie faellt das wohl alles unter die Ueberschrift: Muetter sind auch Menschen - und verschwinden nicht ploetzlich in Mamaland, wo alles ganz anders ist.

Musik zum Beispiel. Wir muessen nicht mehr Rolf Zuckowski hoeren, denn es gibt inzwischen Kindermusik, die weder kitschig noch knallbunt ist, sondern eben einfach nur gute Musik, die kindgerecht ist und Eltern nicht quaelt. Meine momentanen Favoriten:
Ziggi Marley "Family Time"
Ben Rudnick and Friends "A Frog named Sam"
Putumayo "New Orleans Playground"

Donnerstag, August 13, 2009

Hydrantenparty

Hier gibt es ja tatsaechlich Sachen, die ich nur aus amerikanischen Filmen kenne (ach...) und manchmal koennen sie mich immer noch ueberraschen. Als es hier die Tage so heiss war, gab's bei uns hinterm Haus Hydrantenparty. Wisst Ihr noch, in den Filmen aus New York in den 70ern, wo alle so nen wilden Afro hatten und irgendwer den Hydranten aufdreht und der spritzt mit aller Kraft ueber die ganze Strasse und alle tanzen und geniessen die kalte Dusche? Also, wir hatten keine YMCA Musik im Hintergrund aber, man, ich waer da gerne hingelaufen und haette mitgemacht... Aber leider kenne ich da die lokalen Gepflogenheiten nicht - braucht man fuer die Hydrantenparty ne Einladung? Hinter unserem Haus ist der soziale Wohnungsbau und die Jungs sehn alle so'n bisschen tough aus. Obwohl, als sie im Wasser rumhuepften, sahen selbst die ausgewachsenen Gangster so aus wie begeisterte Siebenjaehrige...
Ja ist das denn erlaubt? Mein Mann sagt, wenn es so richtig heiss ist, dann ist das nicht verboten, wenn man vorher bei der Stadt anruft. Vorstellen kann ich mir das nicht, aber es stimmt schon, da hinten faehrt immer die Polizei vorbei und keiner hat den Spass gestoppt. Cool.
Andererseits: Gestern hatten wir den halben Tag keinen Strom und anscheinend wird sowas manchmal als Zwangssparmassnahme angeordnet, weil in der Hitze so viele Klimaanlagen laufen und das Stromnetz das nicht aushaelt. Und: Vor ein paar Wochen ist hier in einer ziemlich schicken Gegend ein Haus bis auf die Grundmauern abgebrannt, weil die Feuerwehr keinen Hydranten fand, der ausreichenden Wasserdruck zum Loeschen hat. Was fuer ein eigenartiges reichstes Land der Welt...

Mittwoch, August 12, 2009

Und jetzt live aus Washington vom Capitol Hill...

"Sarah isst Brei". Das war eine Sendung von hoechster weltpolitischer Brisanz, die am Sonntag live ueber web-cam in deutsche Wohnzimmer uebertragen wurde... Also, in ein deutsches Wohnzimmer, um genau zu sein. Entfernungsgrosselternschaft ist natuerlich bescheuert. Aber ich haette nie gedacht, wie sehr so eine Kamera Naehe schaffen kann. Also konnte meine Mutter sich den historischen Moment nicht nur mit ansehn, sondern auch hilfreiche Tips dazu geben, wie man die Kleine am besten haelt, damit man beide Arme (ihre) unter Kontrolle hat und sie einem den Loeffel nicht wegnehmen kann. Und Sarah lacht im Gegenzug die Bildschirmoma an.

Was Sarah dazu sagt (zum Brei)? "NA ENDLICH!" Steht ihr deutlich aufs Gesicht geschrieben, waehrend sie den Mund wie ein hungriges Voegelchen dem Loeffel entgegenreckt.

Samstag, August 08, 2009

Jura oder BWL?

Jetzt ist sie fast bereit, auszuziehn und studieren zu gehn. Ja, ich weiss, dass ich durchgeknallt bin, und Hormone sind eine eigenartige Suppe. Gestern hab ich im Supermarkt die erste Packung Babynahrung (Reisbrei) gekauft. An ihrem 5 Monats-Geburtstag werd ich ihr die erste Portion servieren und ich hatte echte Traenen in den Augen, als ich das Zeug kaufte. Eine Mischung von: "Ich bin so stolz auf Dich, kleine Maus." und "Hilfe! Mein Baby wird erwachsen!" Mein Mann schuettelt den Kopf.

Freitag, August 07, 2009

Meine virtuellen Muetter

Ach, ich wuesste nicht, was ich ohne sie taete. Es gibt hier eine email-liste von Moms on the Hill, also Muetter auf dem (Capitol)Huegel, die mir regelmaessig, helfen, die Welt erklaeren und mein Mutterleben erleichtern. Stellt Euch vor, 3000 (oder so) Muetter in meiner Nachbarschaft, die einander erklaeren, wie man wunden Babypo heilt, Babykleidung und Spielzeug austauschen, verlorene Hunde und Handtaschen dem Besitzer zurueckgeben, einander vor Einbrechern warnen und sich ab und zu sogar in der wirklichen Welt treffen. Meine letzte Anfrage an die Liste war: Ist da draussen irgendwer, der auch unter home-office-blues leidet, also darunter, dass von zu Hause arbeiten irgendwie einsam ist? Die Muetter, die geantwortet haben, hatten gute Ratschlaege, wie sie ihr eigenes home-office organisieren, aber, was noch viel wichtiger ist, es sieht so aus, als waeren das genuegend Interessierte, dass wir eine regelmaessige gemeinsame Mittagspause, einen Buero-Austausch oder die Invasion eines Cafes (zum nebeneinander sitzen und arbeiten) planen koennten. Ich bin gespannt, was daraus wird.

Fressereichen

Kuchen mit Schlagsahne, Joghurt mit Sommerfruechten, Butterbrot etc. pp. Perfektes Timing. Ich hatte wirklich die Nase voll von meiner Hungerkur. Und als ich nun wieder getestet hab, was Sarah macht, wenn ich Milchprodukte esse, war die wunderbare Antwort: Nix besonderes. Mein Mann sagt: Nimm's langsam. Aber nach Monaten von Erdnussbutter und Auflauf mit Bruehe, wie soll ich da nicht voll in die Sahne hauen?! Und ganz fett Gorgonzola...

Donnerstag, August 06, 2009

Eva liest

Ich hab ja schon seit Jahren vor, mir eine Liste der Buecher zu machen, die ich lese, und dazuzuschreiben, wie ich sie leiden kann. Denn leider kann ich mich schon nachdem ich die letzte Seite gelesen hab, meist nicht mehr an die Geschichte, oder den Namen des Buchs erinnern, sondern nur noch an die Farbe des Umschlags und das Gefuehl, das ich beim Lesen hatte. Auf Papier haben diese Buecherlisten nie funktionniert. Ob wohl ein blog bestaendiger ist und weniger leicht verloren geht? Wir werden sehn: http://bookdrinker.wordpress.com/ (sorry, ist in Englisch, denn das ist die Sprache, in der ich im Moment hauptsaechlich lese und ueber das gelesene nachdenke...)

Dienstag, August 04, 2009

Rote Flagge

Meine Freunde in Europa gehen auf Schneckenjagd und setzen langsam Moos an, waehrend wir uns hier kaputtschwitzen. In Washington gibt es, wie ich letztes Wochenende erfuhr, offizielle "red flag days" also Tage mit roter Flagge, an denen man Kinder nicht draussen spielen lassen soll, weil es einfach viel zu heiss ist. Die werden in der Zeitung angekuendigt, um alle zu warnen. Und ich denke, wir sind da im Moment mitten drin...

Freitag, Juli 31, 2009

Kruemelmonster

Im Land der Einarmigen (die in dem anderen Arm immer ein Kind halten), ist nicht viel gebacken. Und ein Rezept ist gut, wenn's schnell geht, man nichts Spezielles braucht und noch dazu angedoetschte Reste gewinnbringend einsetzen kann. Also ist im Moment Crumble (Streuselauflauf?) das einzige Gebaeck meiner Wahl. Gestern wieder die Schwiegereltern damit gefuettert. Ein Teil Butter, ein Teil Zucker, zwei Teile Mehl zu Streuseln kneten. Jegliches traurige Obst, was noch im Kuehlschrank rumhaengt, in eine Auflaufform schnipseln, Streusel drueber, backen. Das Ergebnis ist so unverhaeltnismaessig viel leckerer als der Aufwand, den es erfordert, das gehoert verboten.

Mein Mann eben am Telefon: "War mittags kurz zu Hause um den uebrigen Kuchen aufessen. Und dann die Streusel in der Plastikschuessel. Lecker"
Ich: "In der Schuessel? Aber die waren doch noch gar nicht gebacken!"
Er: "Macht nix, trotzdem lecker."

Einen der ersten Familiensprueche, die ich ihm aus Anlass seiner Vaterschaft beigebracht hab, war: Wenn wir den Papa nicht haetten, koennten wir uns ein Schwein halten.

Ach Oma, ich bin beschaeftigt...

Sarah's Oma und Opa aus Pink Hill sind zu Besuch. Sobald ich aus Deutschland zurueck war, sassen sie in den Startloechern. Wir lachen: "Verwoehnt? Sarah wird doch nicht verwoehnt!" schon klar. Weil sie Sarah zwei Monate nicht gesehn haven, merke ich besonders deutlich, wie Sarah sich weiterentwickelt hat. Als sie zuletzt auf Opa's Arm war, war sie noch dies kleine kuschelige Kaetzchen, das am liebsten den ganzen Tag gehuckelt wurde, und das man mit Schnurren, Gurren und Wiegen aus jedem noch so aufgeregten Zustand beruhigen konnte. Inzwischen ist sie ein halbwuechsiger Tiger und das ewige Schnurren und Gurren langweilt sie. Sie will so getragen werden, dass sie die Welt sehn kann. Und was mir erst auffaellt, weil Oma und Opa nicht genug von ihr kriegen koennen: Sie hat irgendwann die Schnauze voll von all dem Heiteitei und moechte einfach nur in Ruhe auf ihrer Spieldecke liegen und ein Buch essen oder eine Ente hauen.

Wenn wir allein zu Hause sind, hat sie dazu genug Zeit, denn ab und zu habe ich ja auch genug von Heiteitei und will Buecher essen und Enten hauen.