Donnerstag, September 01, 2005

Pipikackalulu

Meine internationalen Kollegen gucken immer irritiert, wenn ich als Highlight unserer neuen Bueros hervorhebe, dass wir die Toiletten ganz fuer uns haben und mit niemandem teilen muessen. UND sie sind extra fuer uns neu gebaut. Ich sollte unsere jetzige sanitaere Einrichtung in die naechste Buerofuehrung einbauen. In der Schuessel, ueber der ich mich eben in der Schwebe hielt, schwammen unterschiedliche Hinterlassenschaften meiner Vorgaenger. Kein Papier im Klo, dafuer gibt es einen extra Holzeimer. In einer Ecke stapeln sich kinnhoch alte Schulbuecher aus diesem rauen Papier minderer Qualitaet, dass man so schoen weichkneten kann. Das Urinal (Rinne an der Wand) ist leider verstopft, was aber offensichtlich nicht bedeutet, dass man es nicht benutzen koennte. In der stehenden Suppe fuehlen sich Moskito-Larven besonders heimisch. Ein verrostetes Fahrrad ohne Reifen und Pedale steht in der Pisspfuetze auf dem sich wellenden Linoleum. Wenn ich mir jetzt die Haende wasche, bedeutet das, dass ich diesen Wasserhahn anfassen muss. Ich vermute, ungewaschen ist hygienischer...

Herr Richtig sagt: Stell Dich in die Schlange. Tu das Richtige! Posted by Picasa

Mittwoch, August 31, 2005


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Mein Gummikoerper

Wenn ich nach Hause (Deutschland) komme, werde ich mit einem besorgten Blick empfangen: Meine Guete, Du hast aber abgenommen! Bei meiner Rueckkehr nach Bolga begruesst mich meine Nachbarin mit einem breiten Grinsen: Wow, you’ve grown fat (Wow, Du bist aber fett geworden!). Beides als Kompliment gemeint. Und beides Quatsch, denn ich hab gar keinen Gummikoerper und wenn jede dieser behaupteten Gewichtsveraenderungen tatsaechlich wahr waere, dann haette man mich in Deutschland laengst in einer Streichholzschachtel beerdigen koennen. Und in Ghana passte ich durch keine Tuer mehr.

It’s not easy to be a superstar

Es ist nicht leicht, ein Superstar zu sein. In Deutschland konnte ich mich von meinem Star-Status ein wenig erholen aber ich muss sagen, das war auch nicht einfach. Ich hab die ganze Zeit gedacht, irgendwas stimmt nicht mit mir oder meinem Outfit, keiner schaut mich an, gruesst mich, bewundert mich und rennt zu mir um mein Freund zu sein. Als ich nach erschoepfender Fahrt durch stroemenden Regen Freitag abend endlich in Bolga ankam, fingen meine Nachbarn vor ihren Haeusern spontan an, zu klatschen und Hurraaaa zu rufen. Eva ist wieder da! Mary kriegte sich kaum noch ein vor Freude und ich dachte: Is doch gar nicht so schlimm, Superstar zu sein...

(Gestern hatte ich Besuch von einer Witwe mit drei Kindern, die ungeduldig auf meine Rueckkehr gewartet hatte. Zwar kannte ich sie nicht, aber dennoch wollte sie mich bitten, ob ich ihr nicht irgendwie helfen koennte, sich selbst und die Kinder ueber die Runden zu bringen. Mein Nachbar draengt mich, ihm ein Visum nach Deutschland zu ermoeglichen. Alle wissen immer, wann ich wo mit wem war... Bitteschoen, das muss ein Missverstaendnis sein, ich wollte doch nur die Rosinen des Star-Status. Geht weg oh Ihr Beladenen dieser Erde...)

Donnerstag, August 25, 2005

Auf dem Sprung

Mein Heimtaturlaub und das Arbeitstreffen in Rom sind vorbei, jetzt steh ich auf dem Flughafen (Rom) und muss nur noch Schokolade fuer die Kinder meines Wachmanns kaufen, dann geht's zurueck nach Bolga...

Montag, August 15, 2005

Kleinste Moschee

Und zweitkleinste. Diese Fotos hab ich in grosser Eile ins Netz gestellt und nicht erklaert. Hier fragen mich jetzt alle, was das ist. Also: Die Upper East Region ist die am dichtesten besiedelte Region des Landes. Man muss schon mit Ghanaern unterwegs sein, um eine Ecke zu finden, wo man nicht dauernd auf Menschen trifft. Und das haben wir am Tag der kleinsten Moschee gemacht. Ein Bekannter zeigte mir und einigen Ghanaern, wo er gerne einen Hippie-Campingplatz fuer Europaer aufmachen moechte, ein lauschiges gruenes Tal, durch das sich ein kleiner Bach schlaengelt, mit ausladenden Baeumen und zwitschernden Voegeln und Wunderschoenheit. Er fuehrte uns eine grosse Runde durch die Gegend (und dann eine grosse Runde zurueck, weil der Fluss leider un-ueberquerbar war und dann bekam ich Hungerlaune und alles wurde schrecklich, aber das hat nichts mit kleinen Moscheen zu tun...). Und mitten im Nichts fanden wir diese Steine auf dem Boden. Das ist eine Moschee, sagte er. Ein Rechteck mit angeklebtem Halbrund, das zeigt an, in welche Richtung man beten muss, wenn man orientierungslos hier rumirrt. Die kleinste Moschee war so klein, dass ein ganzer betender Mensch gar keinen Platz in diesem Steingeviert hatte. Das ist also eher ein Wegweiser denn ein Raum, man kniet sich davor und verbeugt sich.

Sonntag, August 14, 2005

Heimaturlaub

In Europa ist es v'reckskalt, immer weiter regnet es und auf der Strasse ruft keiner Hello Hello! Dafuer kann man ins Kino gehn und ganz viele Sachen kaufen.

Donnerstag, August 04, 2005


Hirten schieben Kuh an meinem Buero vorbei Posted by Picasa

machen Spoekes Posted by Picasa

Verbuschung

Auf der Fahrt nach Tamale hab ich ein Taxi gesehn, dass von einer Gruppe Maenner umringt war, die irgendwas zu verladen schienen. Im Vorbeifahren sah ich dann was: Eine lebende zusammenschnuerte Kuh. Ins Taxi. Zum Markt.

Ansonsten hat diese Fahrt nach Tamale mich zum Flughafen gebracht von dem ich nach Accra geflogen bin und nun bin ich wieder mitten in der grossen Stadt. Meine Kollegen (Ghanaer und andere) hoeren sich amuesiert mein Dorfenglisch an.

Ich weiss nicht warum, vielleicht weil hier im Sueden Twi als uebergreifende Sprache von jedem gesprochen wird (im Norden spricht jeder was anderes) oder weil ich hier einfach nur mit aufstiefsorientierten Forschern zu tun hab und nicht mit den cool guys... jedenfalls hoer ich hier niemanden Pidgin English reden, waerend das im Norden eine sehr uebliche Sprache ist.

Und da ich eine grosse Vorliebe fuer Sprachen hab, die man faul lernen kann, allein durch zuhoeren (s. Afrikaans), hab ich den Plan, das nach zwei Jahren so zu sprechen, dass man mich ansehn muss, um meine Hautfarbe zu erkennen...

Das ist so eine eigenartige Sprache, denn es ist wirklich auf den ersten Blick komplett unverstaendliches Gibberish. Am Anfang musste ich ganz konzentriert hinhoeren um ueberhaupt zu hoeren, dass das keine afrikanisch afrikanische Sprache war. Vor allem, weil viele Leute sagen wir mal Frafra sprechen aber moderne Worte in Englisch einfliessen lassen.

Inzwischen wissen meine Kollegen im Norden, dass ich mich langsam eingehoert hab, weil ich auf das, was sie sagen, so reagiere, als sei's Englisch. Aber jetzt hab ich das Problem, dass um mich rum alle echt cool sind und ich bin die einzige, die spricht wie Fraeulein Rottenmeier. Und deshalb, wie gesagt, verschlunzt mein Englisch und die Grossstaedter lachen ueber mich. It's not easy-oh. (jedes Statement endet mit einem langgezogenen oh...)

Gastbeitrag

Reise-Sein
In Ghana ein Randgebiet
ausser Rand und Band geriet.
Felix

Montag, August 01, 2005


Wo ist Harry? Posted by Picasa

Zweitkleinste Moschee Posted by Picasa

kleinste Moschee Posted by Picasa

Mittwoch, Juli 27, 2005

Workshop

Der Workshop war super. Ich hatte mich als Bonbon verkleidet, was von allen Seiten lobend zur Kenntnis genommen wurde, wir hatten einen echten und einen stellvertretenden Minister da, waren in Fernseh- und Radio-Nachrichten und in der Zeitung, haben einen Teil unserer Teilnehmer mit Huhn vergiftet und alle waren begeistert. Natuerlich waren die Vergiftungen nicht extra und gezielt und die Medienberichterstattung wurde nicht nur durch unser wirklich spannendes Thema sondern auch durch unsere echt interessanten Spesengelder fuer die Medienmenschen erleichtert (nichts und niemand kommt in die Nachrichten ohne).

(jajaja, es war ein Erfolg, aber ich kann mich doch kaum auf meine Website stellen und bruellen: WIR SIND SUPER!)

Ich bin ein Stil-Spiesser

Und ich weiss auch, wo das herkommt. Zu viele Sommer bei OmmaausGeich und in diesen Sommern zu viele Kirchgaenge im Sonntagsstaat mit dem Geicher Pastor, der statt „Der Leib Christie“ auch schonmal „Wie siehst Du denn aus“ sagte, wenn er die Hostien ausgab.

Das Ergebnis ist, dass ich in Deutschland nie wirklich cool sein kann, denn ich hab nie verstanden, warum man eine Stunde vor dem Spiegel steht, um sich zu schminken und das Ergebnis dann wieder zu verwischen, um sich die Haare im out-of-bed Stil zu verwuscheln und sich Klamotten an den Leib zu haengen, die verbergen, dass sie mit Bedacht ausgewaehlt wurden.

Hier ist es ein grosses Kompliment, wenn einem ein Kerl sagt: You’ve got style. Und das bedeutet, dass jedes Detail Deines Outfits irgendwie zum Rest passt, dass man sieht, wieviel Liebe und Aufwand man darein gesteckt hat. Ich finde das super. Muss nicht mehr bis Karneval warten, um zu versuchen, mich perfekt zu kostuemieren. Ok, ich lerne erst langsam, dass es normal ist, Oberteil und Rock im gleichen buntgemusterten Material zu tragen. Aber auch daran arbeite ich... Mein naechstet Kleid wird krass, das Material ist schon gekauft, das Muster ist so gross wie ich, Plastikwasserflaschen, aus denen Wasser in einen grossen Eimer gegossen wird. Arbeitskleidung.

Heimaturlaub

Am 6. August lande ich um 10:55 mit KLM Flug 1855 von Amsterdam in Duesseldorf. Am 19. August um 12:35 flieg ich mit Air Berlin nach Rom, zu einem Team Meeting (HAHAHAHAHA! so muss es sein!), um am 25. wieder zurueck nach Accra zu fliegen.

Donnerstag, Juli 21, 2005


Warum hat hier niemand eine Leiter (dunkel, weil der Elektriker grade die Birne austauscht...) Posted by Picasa

Warum machen die keinen langen Stiel an ihre Hacken? Posted by Picasa