Montag, November 20, 2006

Teambuilding Laotisch (19.11.06)

Die Konferenz ist vorbei, der Urlaub beginnt und wie ich gehofft hatte, haben einige Kollegen auch ein paar Tage uebrig. Wir sind heute zusammen nach Luang Prabang geflogen. Das kennt Ihr zwar nicht und ich kenne es auch noch nicht wirklich, aber mein erster Eindruck ist, dass diese Kleinstadt am Mekong eine beruhigende Droge ist, die nach Blumen riecht. Wir sind mittags angekommen und die Plaene waren klar: Essen, Massage, Seide kaufen, umkippen, aufwachen, nochmal essen, schlafen. Erster Tag vorbei.

Den Massageladen betrat ich gemeinsam mit meinem Kollegen Simon und das bedeutete mehr, als uns beiden klar war. Als ich mitten waehrend dieser wunderbaren und brutalen Ganzkoerpermassage kurz die Augen aufmachte, sah ich, dass er auf der Matraze neben mir lag, ungefaehr ebenso nackt wie ich (ein paar Details mit einem Handtuch verhuellt) und der Vorhang zwischen unseren Massagelagern beiseite geschoben war. Ich machte meine Augen natuerlich ganz schnell wieder zu. Wie es sich gehoert. Spaeter erzaehlte er, dass er den Damen mehrmals mit Zeichen klar zu machen versuchte, dass wir einander nicht sonderlich gut kennen und das auch nicht anstreben und koennten sie verdammt nochmal den Vorhang zuziehn?! Aber natuerlich sind wir ein Ehepaar, wenn wir ein Geschaeft gemeinsam betreten und ohne Vorhaenge ist doch viel weniger stickig...

Shopping Disability (18.11.06)

Die Mutter waere enttaeuscht aber nicht ueberrascht. Gestern Nachmittag habe ich es endlich zum Markt von Vientiane geschafft. Da gibt es hinreissende Seidentuecher, Silber- und Goldschmuck, Kleider und alles, was schoen ist. Ja, ich habe Weihnachtsgeschenke gekauft, Seide angefasst und bewundert. Nach etwa siebeneinhalb Minuten sagte mein japanisch-amerikanischer Kollege: Wir sehen uns dann spaeter im Hotel, ich geh mir Essen ansehn.

Ich wollte mich ja nicht aufdraengen... aber gibt es was, was langweiliger ist, als die achte Minute unter Seidentuechern und Frauenkleidern? Mutter sagt: Shoppingbehinderung. Ich sage: Wie viel schoener sind kleine Voegelchen, die zwischen Holzstaeben ausgestreckt verwundert ihren duennen Hals verrenken, um Dir ihr gegrilltes Koepfchen entgegenzustrecken. Warzige lebende Froesche, die auf ihren Feinschmecker warten, ebenfalls warzige Bittergurken, die man mit einer Pilzfuellung duensten kann. Mein japanischer Begleiter hat hier gelebt und kann mir genau erklaeren, was ich mit Bananenblueten mache. Die sehen so aus, wie Maiskolben, die noch in ihre Blaetter eingepackt sind. Man schneidet sie in feine Streifen, wobei man aufpasst, dass der schwarze klebrige Saft nicht an die Finger kommt. Sobald man sie in Zitronenwasser eingeweicht hat, kann man den Salat essen, ohne Angst vor schwarzem Klebstoff. Wir sehen Fruechte (oder Gemuese? Oder Drogen? Keiner spricht Englisch, was wir nicht wissen, kann uns niemand erklaeren.) in allen moeglichen Farben und Formen, Dinger, die aussehn wie blaue Walnuesse, die noch in ihrer fleischigen Schale stecken, andere Fruechte haben Zipfel, die abstehen wie rosarotes Seidenpapier. Fische, Schnecken, Muscheln in unterschiedlichen Stadien von lebendig zappelnd in Plastikschuesseln bis zu grossen Holzzubern, mit fermentiertem (also fauligem) Fisch in einer Fluessigkeit, die aussieht und riecht wie Toilettenwasser. Hartgekochte angebruetete Eier auf einem silbernen Tablett – damit man weiss, wie gut sie sind, ist eins halb geschaelt und wir sehen das zusammengefaltete gekochte Kueken. Wir fassen Kartoffeln an und riechen an fiesem und koestlichen. Ich ueberrasche mich bei dem Gedanken: Ich wuerde gerne lang genug hier sein, dass ich einen eigenen Herd haette und alles lernen koennte, was man hier kochen kann. Naja, fast alles (s. Kroeten, Stinkfisch und Kochkueken).

Wie's sein sollte (13.11.06)

“Laos is Asia as it should be” (Laos ist Asien, wie es sein sollte), sagte ein Kollege gestern zum Abendessen, Asien, wie es vor 25 Jahren war, als Massentourismus es noch nicht verhunzt hatte. Er vergleicht es mit Thailand etc. wo man vor Neckermaennern nicht mehr treten kann. Gestern waren wir auf einer Exkursion in die Berge und ich musste die ganze Zeit an die Eltern denken: Wie locke ich die hierher? Nach unserer gemeinsamen Reise durch Burkina weiss ich viel besser, wie sie reisen und was sie moegen und ich sage: Laos is was fuer Euch. Die Hauptstadt Vientiane ist eine ruhige aber wuselnde Kleinstadt am grossen Mekong Fluss mit vielen schlichten weissen zweistoeckigen Haeusern (und ein paar fetten Glaskloetzen), Strassencafes und zurueckhaltenden kleinen Leuten. Die Frauen sehen baeuerlicher und weniger elegant aus, als z.B. Thailaenderinnen oder Vietnamesinnen – was im Sinne der Neckermaenner-Abwehr durchaus hilfreich sein kann (geringere Eignung fuer Sextourismus). Durch die Stadt kann man laufen (auf nachts) oder faehrt mit dem Tucktuck, einem Gefaehrt, bei dem ein ueberdachter offener Bollerwagen an ein Motorrad geschweisst ist. Gestern Abend stand ich am Ufer des Mekong, umgeben von Grillstaenden, an flachen Tischen sassen und lagen die Esser auf Kissen und Teppichen auf dem Boden im Hintergrund. Und dachte ganz still und ruhig: Wie schoen.

harmlos essen

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Gefahrensucherin (11.11.06)

So, frisch zurueck von meiner ersten Exkursion nach Asien. Ich habe das Hotel verlassen! Und das ist auch gut so, denn dieses Hotel ist das hoechste Gebaeude Vientianes (der Hauptstadt von Laos) und das ist seine einzige Eigenschaft. Gesichtsloser glaenzender Chinesischer Klotz. Beinahe haette meine Schuechternheit die Oberhand behalten und ich haette meine erste Laotische Mahlzeit im Chinesischen Restaurant des Hotels zu mir genommen. Aber nein, trotz Hunger allen Entdeckergeist zusammengekratzt und losgelaufen. Gleich an der Strasse ein Lokal, unter dessen Dach fast alle Tische besetzt sind. Gutes Zeichen. Der Koch sprach ein paar Brocken Englisch: „Guten Tag, ich esse kein Fleisch, koennen Sie mir helfen?“ Nudelsuppe oder Nudelsalat. Nudelsalat ist kalt. Wenn man heisses Wasser drueber giesst, hat man Nudelsuppe. Zu der Suppe servieren sie einen Teller knackig Gruenes: ein Kraut, das Basilikum aehnlich schmeckt, Schlangenbohnen, Sojasprossen, Peperoni, Limonen, Erdnusssauce. Die Suppe selbst hat ausser heissem Wasser lange Reisnudeln und verschiedene Blaetter. Das Ganze isst man mit Staebchen und Loeffel. Das ist natuerlich eine ziemliche Sauerei. Zum Glueck sind die Flecken auf der Bluse nur Nudelsuppenfarben. Wie auch immer, ich bin begeistert: Was fuer ein harmloses freundliches sauberes Essen, in dem sich keine boesen Ueberraschungen verstecken (sagte ich schon, wie sehr ich gemahlenen Trockenfisch verachte?), auf dem nicht als Qualitaetsmerkmal ein halber Liter Palmoel schwimmt (ach Mary) und das mir Lust auf mehr macht. Wer mich fuer einen schwierigen Esser haelt (welch boeswillige Fehleinschaetzung) versteht nicht, dass ich eigentlich ein einfacher Freund des einfachen Essens bin. Was ich fies finde, ist fast immer etwas, was man ZUVIEL ins Essen getan hat (s.o.)

Sag doch mal Bulliong (09.11.)

Der gute alte Zyniker Michael O. sagte als ich 17 war: „Ach Eva, irgendwann wirst Du Deine Janosch Mentalitaet auch noch verlieren.“ Wer hier von Evas kleiner Insel-Welt liest, wo Taxifahrer - statt Dich zu betruegen - Orangen verschenken, der weiss, dass das irgendwie nicht hingehauen hat. Jetzt sitze ich in Accra am Flughafen, der franzoesische Freund meiner tuerkischen Freundin, der in Laos lebt, hat eben eine mail geschrieben: „Deine Freunde sind auch meine Freunde, will sie in meinem Gaestezimmer wohnen?“

Dann rufe ich Douglas in Bolga an und sage: Ich bin grade am Flughafen angekommen. Er:„A! Airport?! To go where??“ („A! Flughafen?! Um nach wo zu fliegen??“) Als ich – nun selbst verwirrt – erklaerte: Nach Laos. Sagt er: “I thought the 11th, ah man, I even wanted to surprise you and travel down to goodbye you…” („Ich dachte der elfte, ach Mensch, ich wollte Dich doch ueberraschen und runterkommen um Dich zu verabschieden...“)

Nochmal langsam zum Mitschreiben: Mein Angestellter! Moechte auf eigene Rechnung und als Ueberraschung 850km (14 Stunden) im Bus nach Accra fahren! Um zu winken! Ich weiss auch, dass die anderen Taxifahrer die anderen Leute immer betruegen (und mich manchmal ebenfalls, ich geb’s ja zu...). Aber bitteschoen, wie soll ich so denn jemals aufhoeren zu glauben, dass Panama von oben bis unten nach Bananen riecht?

Donnerstag, November 09, 2006

Aufbruchslaehmung

Ich habe natuerlich wieder keine Winterklamotten in Ghana, die ich mit nach Amerika nehmen koennte. Trotzdem ist mein Koffer bis zur Oberkante gefuellt: Mit Anzuegen, Urwaldkleidung, Mensch-Aerger-Dich-Nicht-Figuren und allem, was man sonst so braucht, fuer eine Reise um die Welt. Was fuer ein Glueck, dass ich meinen Riesenkoffer weggeworfen hab, denn solche Koffer koennen bedrohte Arten dezimieren: Auf meiner letzten Weihnachtsreise waere es beinahe zum Kavaliersterben gekommen, als der Koffer auf einer Bahnhofstreppe den helfenden Mann mit sich in den Abgrund riss. Ein Glueck, dass meine Fuesse so klein sind wie die einer fetten Asiatin, vielleicht finde ich auf dem Flughafen in Tokyo ein paar Stiefel.

So sitze ich in meinem Haus in Accra, schau in meinen sonnengruenen Garten und versuche, mir selbst klar zu machen, dass ich gleich losfliege zu einem Kontinent, den ich noch nie gesehen hab... Aber mein Gefuehl sagt mir, dass ich mir das alles nur einbilde und morgen frueh mein neuer persoenlicher Taxifahrer Alex wieder um sechs Uhr anruft, um zu fragen, ob er mich ins Buero bringen soll. Da werde ich den ganzen Tag im Kuehlschrankklimaanlagenklima sitzen und weiter an unserem Workshop-Report tippen. Und abends mit meiner neuen tuerkischen Freundin etwas essen gehn. Und vor dem Einschlafen mit Debbie in Bolga das Neuste besprechen. Um dann uebermorgen wieder den Tag mit Alex zu beginnen.

(Vor dem Tor hupt das Auto eines Freundes, das mich zum Flughafen bringt!)

Dienstag, November 07, 2006

Eva op Joeck

Auf vielfache Anfrage hier die Tourdaten meiner reisenden one-woman-show:

1. Reise
09 Nov. Abflug Accra 18:45
10 Nov. Ankunft Dubai 06:05
Abflug Dubai 8:10
Ankunft Bankok 17:10
11 Nov Abflug Bankok 8:15
Ankunft Vientiane, Laos 9:25

2. Reise
26 Nov Abflug Vientiane, Laos 10:30
Ankunft Bankok 11:35
Abflug Bankok 23:45
27. Nov Ankunft Tokyo 07:30
Abflug Tokyo 11:10
Ankunft Washington 9:40

3. Reise
11 Dez Abflug Washington 17:40
12. Dez Ankunft Amsterdam 7:15

4. Reise
9. Jan Abflug Amsterdam 13:35
Ankunft Accra 19:15

Wir sehn uns?

Voelkerverstaendigung mit Broeckchen

Gestern fuhr ich – nach einem ueblen Tag - mit meinem bislang unhoeflichsten Taxifahrer. Schweigsam bis zur Verstocktheit. Als wir uns auf einen Preis geeinigt hatten, schaute er mich mit einem beredten Blick an, der sagte: "Strassenraeuber!!!"

Missmutig verweigert er meinen Vorschlag: "I show you short-cut (Ich zeig Dir Abkuerzung)." Als wir uns irgendwann im Stau haeuslich eingerichtet hatten, wurde mir langsam klar, dass sein English einfach zu eingeschraenkt war, um sich mit mir zu unterhalten. Was den Vorteil hatte, dass er andere Autofahrer auf Twi anbruellte und ich seine Rohheiten wenigstens nicht verstand. Zur Erleichterung der gemeinsamen schweigsamen Wartens, bot ich ihm ein Broeckchen (der Hochdeutsche sagt wohl schoen Franzoesisch Bonbon) an. Go. And stop. And go.

And stop. Er kauft bei einer Strassenhaendlerin zwei vorgeschaelte Orangen, wo oben so ein kleines Deckelchen abgeschnitten wird, damit man sich den Saft mit viel Geschmatze und Tropfen am Kinn in den Mund quetschen kann. Waehrend er mit Lenkrad und Wechselgeld hantierte, legte er sie sich in den Schoss und bruellte einen ueberholenen Trotro-Fahrer an. Als er wieder anfuhr, reichte er mir ohne weiteren Kommentar eine der Orangen und mitten in Staub, Gestank, Stau und Unverstaendnis sass ich ploetzlich wie in romantischem Sonnenschein gebadet, war voller kitschiger Gedanken und fuehlte mich reich beschenkt. Und hab aus lauter Dankbarkeit Kinn und Bluse und Rock reich bekleckert.

Montag, November 06, 2006

Weisser Hund Posted by Picasa
schwarzer Hund Posted by Picasa

Sonntag, November 05, 2006

Madam ergeht sich

in der Nachbarschaft. Wenn ich morgens frueh aufwache und ueberschuessige Energie oder Neugier spuere, geh ich eine Runde durch meine neue Nachbarschaft. Jedes Mal in eine andere Richtung. Die Runde muss um sieben beendet sein, weil es dann fuer mich endgueltig zu heiss ist zum Flanieren. Tesano ist ein Villenviertel mit gewichtigen abblaetternden Haeusern, ausladenden Baeumen, frischer Luft und gewundenen Strassen. Tesano ist eine Gegend, in der Leute in kleinen Schuppen und unfertigen Haeusern wohnen, Huehner und kleine Kinder ueber ungeteerte Strassen flitzen und in Blechcontainern „Respect Haircut“ (Respekt Haarschnitt) neben „Jesus First Beauty Salon“ (Jesus zuerst Schoenheitssalon) um Kunden wirbt.

Als ich vor fast zwei Jahren zum allerersten Mal in Ghana ankam und in der Dunkelheit zum Hotel fuhr, merkte ich gleich, dass die Dinge hier anders laufen, als in Namibia (Wer jemals in zwei afrikanischen Laendern war, kennt das: Nach dem ersten Land denkst Du, Du hast jetzt ne Ahnung von Afrika. Und erzaehlst selbstbewusst ziemlich viel Bloedsinn. Wenn Du das zweite Land besuchst, schaemst Du Dich, denn Dir wird klar, dass Du natuerlich nur ein einzelnes Land in Afrika kennst und die alle ganz unterschiedlich sind...).

Der auffallende Unterschied zwischen Ghana und Namibia: Durchmischung statt Trennung. In Namibia ist die Trennung von reich und arm auch nach dem Ende der Apartheit immer noch zwanghaft. Eine neue schwarze Oberschicht hat sich zu der alten weissen Elite gesellt, das war’s aber auch schon. Reiche und Arme leben in ihren eigenen Ghettos und haben beim jeweils anderen nichts zu suchen (Ausnahme: Hausangestellte der Reichen). Die arme Mehrheit der Schwarzen lebt weit vom Stadtzentrum Windhuks, durch die Autobahn vom Rest abgeschnitten... Weisse wurden ernsthaft gewarnt, sich nicht dahin zu verirren, weil das so gefaehrlich sei. In der schicken Gegend um Accras Flughafen dagegen, stehen vor den Villen kleine zusammengezimmerte Staende, wo im Schein der Petroleum-Lampe alles verkauft wird, was das Herz begehrt. Von meinem Haus aus ueberquer eine Strasse und bin in der anderen Haelfte von Tesano, die mir das Gefuehl „einfach aber anstaendig“ vermittelt, wo mich die Frauen vor den Haeusern gruessen und die Kinder grosse Augen machen. Und beide Seiten Tesanos sind ganz und gar Ghanaisch. In Namibia hatte ich in meinem Ghetto immer das Gefuehl, in einer europaeischen Ferienanlage mit viel Sonnenschein und Selbstschussanlagen an den Zaeunen zu sein.

Samstag, November 04, 2006

Konsum besaenftigt den Kampf der Kulturen: "Barka de Salla" ist quasi "Frohe Weihnachten", der Gruss, mit dem Moslems das Ende des Fastenmonats Ramadan begruessen. Also sagt Coca Cola "Brich dein Fasten auf die richtige Art / Break your fast the real way" Posted by Picasa

Radioblueten meines Lieblingssenders

“Yesterday the vice-president said: Will not compromise the quality of cocain… aeh of co… of cocoa” “Gestern sagte der Vizepraesident: Wir werden keine Kompromisse eingehen bei der Qualitaet von Kokain… aeh von K… von Kakao (unbaendiges Lachen des Radiosprechers)” Das ganze wird noch lustiger, wenn man weiss, dass Land sich nun schon seit Wochen mit einem grossen Kokain-Skandal rumschlaegt, bei dem nicht ganz klar ist, wer alles darein verwickelt ist. Nun wissen wir also, wer die Qualitaetskontrolle vornimmt.

Auf die Hunde kommen

Frueher war alles einfach: Katzen waren gut, Hunde waren bloed und Babies fingen an zu heulen, wenn ich sie nur ansah. Dass ich inzwischen immer so Jefőőőle krisch, wenn ich an Babies rieche und sie ganz wohlig zu meinem Gesumme das Heulen einstellen, daran hab ich mich inzwischen ja gewoehnt. Man wird halt milde mit dem Alter, nicht wahr.

Aber ein Hund? Aber zwei Hunde? Ja tatsaechlich, zu meinem Haus in Accra gehoeren zwei Hunde, die ich quasi geleast habe und die sich mit erschreckender Geschwindigkeit in mein Herz wedeln. Mein Vormieter hat das Land aus persoenlichen Gruenden sehr kurzfristig verlassen, ist jetzt in England und weiss nicht, wann es wo weitergeht. Wenn man Hunde nach England mitnehmen will, muss man die erstmal 6 Monate in die Kiste stecken: Was danach vom Hund uebrig ist, darf man einfuehren. Wegen Tollwut.

Als ich mir das Haus ansah und unbedingt haben wollte, hab ich so getan, als wuerde ich Hunde moegen und behauptet: „Kein Problem, wenn Du die Hunde erstmal hier laesst. Haha.“ Und gedacht: „Der Gaertner wird sich schon um die Thoelen kuemmern. Harhar.“ Und dann gedacht: „Naja, fuer Hunde sehn die wenigstens ganz ok aus, so... hundefoermig“ (Ich kann da was verwechseln aber ich glaube Labrador und Golden Retriever – verwirrend, dass die unterschiedliche Namen haben sollen, wo sie doch die gleiche Form haben, nur eben schwarz und weiss).

Na und dann haben die angefangen mit ihrem ganzen Hundeprogramm: Stuermische Begruessung mit Hochsprung, wenn ich von der Arbeit komme („Oh! Wir sind gerettet! Sie hat uns nicht fuer immer und ewig verlassen! Die grossartige Eva ist wieder da! Wuff!“). Merken, dass mir das nicht so gefaellt und jetzt immer so brav begeistert ankommen und sich hinsetzen, waehrend ich zur Begruessung den Nacken kraule (Schleimer!). Malerisch im Garten liegen. Abends an der Terrassentuer vorbeigehn und unauffaellig gucken, ob mein Herz schon weich geworden ist, und ich sie endlich ins Haus lasse. Und, ein besonderer Bonus: Vermieterin einschuechtern. Meine Vermieterin, eine wohlhabende ghanaische Apothekerin mittleren Alters hat panische Angst vor meinen neuen Freunden und steigt erst aus dem Auto, wenn sie eingesperrt sind (Angeber!).

Werd ich als Naechstes etwa rausfinden, dass Katzen in echt bloed sind und die Erde eine Scheibe?

Freitag, November 03, 2006

Geld wachsen lassen

Es gibt hier einen grossen Staudam, an dem die Bauern in der Trockenzeit Tomaten und in der Regenzeit Reis anbauen. Zu seinen tausend Geschaften und Geschaeftchen hat Douglas ein neues hinzugefuegt: „Ich bin jetzt Tomatenbauer.“ Es macht nichts, dass er von Tomatenpflanzen so viel Ahnung hat, wie ich. Seine Schwester arbeitet bei der Dam-Verwaltung und hat ihm zwei gute Farmboys (Knechte?) gefunden, die schon seit Jahren anderleuts Tomaten grossziehn. Es reicht, dass Douglas das Geld hat. Als wir uns die Setzlinge ansehen kommen, sagt die Schwester: „Habt ihr die Maenner da unterm Baum gesehn? Die geben Kredite an die Bauern, damit die Saatgut und Duenger kaufen koennen.“ Ich frage, wie hoch die Zinsrate ist. „Das sagen die den Bauern jetzt noch nicht.“

Auf der Rueckfahrt erzaehlt Douglas von einem Perlhuhnbrutkasten: Man kauft die Eier am Strassenrand, hundertzwanzig Stueck auf einmal, packt die in den Brutkasten, wartet einundzwanzig Tage und schon hat man etwa hundertundzehn Perlhuehner. Die man bald fuer 10 000 Cedis (einen Euro) das Stueck verkaufen kann. Sein Freund wohnt in einem Haus, dass erst halb fertig gebaut ist, vielleicht koennte man das zukuenftige Wohnzimmer in ein voruebergehendes Huehnerhaus verwandeln?

Hintern mit Nasen

Das sind im Sueden die Verkehrspolizisten (bitte nochmal nachlesen „Nase an Hintern“, s.u.). Die denken naemlich zum Thema Verkehrregeln auch: Alles Quatsch und Geld her. 1 ½ Jahre lang im Norden waren die einzigen Nachstellungen durch Polizisten rein erotischer Natur und entsprechend von Laecheln begleitet.

Zieh ich in den Sueden, werd ich in drei Wochen dreimal von wegelagernden Polizisten angehalten, die allzuhaeufig und ohne jedes Laecheln „festnehmen, festnehmen, festnehmen!“ sagen. Zum Beispiel bin ich irgendwo links abgebogen, wo mir kein Strassenschild und keine Mittellinie mitteilte, dass das nicht erlaubt sei. Der Polizist, der mich anhielt, bestand darauf, dass ich als erfahrener Fahrer trotzdem wissen muesste, dass das verboten sei. Quasi: gefuehlte Verkehrsregel. Da mein Gefueh hier versagte, stieg er in’s Auto und sagte „Festnehmen! Auf zur Polizeistation!“ Neben mir sass Debbie und ich musste sie mit kleinen Gesten davon ueberzeugen, dass es keinen Sinn macht, lautstark oder leise zu fluchen und schimpfen. Und dann zog ich alle Register im Versuch, da raus zu kommen.

Zunaechst einmal die Erklaerung, dass es, wo ich herkomme, keine gefuehlten Verkehrsregeln gibt und ich mir auch nicht vorstellen kann, dass das in Ghana so funktionniert. Erfolglos. Geht ja auch nicht, dem Polizisten unterstellen, dass er nicht recht hat.

Dann auf Mitleid: „Ich bin die kleine Landmaus, die grade erst nach Accra gezogen ist und sich im Grossstadtverkehr nicht auskennt.“ Erfolglos. Unwissen schuetzt vor Strafe nicht!

Schliesslich auf Mutter Theresa: „Seit zwei Jahren opfere ich mich im Norden dieses Landes auf, damit die armen kleinen Kinder in den Doerfern Trinkwasser bekommen. Waren Sie schonmal da? Wissen Sie, wie hart das Leben da ist und wie heiss? Da haben wir keine so schoenen grossen Strassen wie in Accra, wie soll ich denn da lernen, wie man hier Auto faehrt. Ich habe meine Heimat verlassen und leide fuer Ihr Land und nun wollen Sie mich bestrafen, obwohl ich mir in meinem Leben noch nie was hab zu schulden kommen lassen, gesetzestreu und gut bin, quasi ein Engel ohne Fluegel usw. uwf.“ Bingo! Als wir an der Polizeistation ausstiegen fluesterte er seinem Kollegen was zu zum Thema: „Ich werde sie nur verwarnen, weil sie unserem Land dient.“

Also setzten wir uns an seinen Tisch, er warnte mich und ich war ganz Ohr und schliesslich sagte er: „So, jetzt darfst Du mir geben, was von Deinem Herzen kommt.“ Ha! Was ich gab, kam nicht von meinem Herzen sondern nur aus meiner Tasche. Hab ich aber nicht gesagt.

Mittwoch, November 01, 2006

Besser eine Zicke sein?

Ein entfernter Verwandter meines Assistenten ist im Knast, weil er eine Ziege gestohlen hat. Douglas hat ihn noch nicht besucht, weil er ein Dieb ist. Douglas sagt: “If it was anything else, even rape, I could go…“ Also, wenn der Vetter irgendwas anderes gemacht haette, zum Beispiel eine Frau vergewaltigt, dann koennte Douglas ihn besuchen, ohne Angst, dass sein Ruf darunter leidet. Aber ein Dieb ist das Schlimmste. Ich versuche (erfolglos, vermutlich) ihm verstaendlich zu machen, wie sich das fuer eine Frau anfuehlt, in einem Land zu wohnen, in dem eine Ziege mehr wert ist, als eine Frau. Ich bin immer wieder fasziniert, wie selbstverstaendlich junge, gut ausgebildete und moderne Maenner hier Sachen sagen, fuer die sie in Deutschland in der Chauvikasse eingesperrt und nie mehr rausgelassen wuerden. Und Douglas ist ehrlich ueberrascht, wenn ich irgendwas davon aus mich beziehe, wenn mich das verletzt.

Karpfen?

Als Debbie mich in Accra besuchte, meinte sie irgendwann: „Es sieht aus, als ob Du viel besser nach Accra passtest als nach Bolga, Du hast Dich so schnell eingelebt, als seist Du immer hier gewesen.“ Darueber hab ich lange nachgedacht, ueber meine Traenen beim Abschied aus Bolga, wie mein Herz huepft, wenn ich Mary am Telefon hab, wie einsam mein Hirn ohne Douglas arbeitet, ganz ohne Funken, ueber meine beiden Hunde in Accra, die mich nach der Arbeit wie den verlorenen Sohn begruessen, den GaertnerWachmannHausputzer Daniel, der mir Kerzen und Streichhoelzer fuer Stromausfall bereitstellt, die Schleichwege durch Accra zeigt und Heiltraenke aus Bambus, Limonen und Ingwer braut, die graesslich schmecken und mich die ganze Nacht nicht schlafen lassen. Ich denke an unsere Yoga-Gruppe im schoensten Haus der Upper East Region, Mittagessen mit Debbie, meine warmherzig durchgeknallte neue tuerkische Freundin in Accra, den Fahrer Salisu, der mir aus Freundschaft bei einigen Dingen hilft, die in Bolga Douglas uebernommen haette und schliesslich weiss ich die Antwort: Ich bin ein Fisch. Solange es Wasser gibt (und einen eigenen Herd) schwimme ich.

Samstag, Oktober 28, 2006

Die Nase am Hintern

So faehrt man in Accra Auto. Ich lerne bis auf den Zentimeter genau, wie lang die Schnauze meines Autos ist, weil ich sie immer wieder schnueffelnd, draengend, frech oder entschuldigend laechelnd und aus dem Fenster winkend in handbreite Luecken zwischen die Trotros schiebe. Accra ist eine langsam wandernde Baustelle, ein an- und ab-schwellender Stau. Auf den Hauptstrassen steht man zur Rush-hour lange genug, um bei der Plantain-Lady einen gegrillten Snack zu kaufen. Auf den Haupt-Abkuerzungen rast man gemeinsam mit tausend Trotros im Zickzack durch Wohngebiete, ueberspringt Speedramps (wie heissen diese Dinger noch in deutsch, Geschwindigkeitsbegrenzende Bodenwellen, Drempels auf Niederlaendisch...) und wenn man Pech hat und zu viele Leute diese Abkuerzung kennen... s.o., bis darauf, dass in den Wohngebieten die Plantain-Ladies selten sind.

Wenn ich zurueck nach Deutschland zieh, muss ich entweder nochmal in die Fahrschule oder bin meinen Fuehrerschein sehr schnell quit (wie Ommaausgeich sagen wuerde). Denn Schilder und Linien auf der Strasse sind hier nur Vorschlaege:
Vorschlag: Wie waer’s, wenn Du nur 50 fuehrest
Ghanaische Antwort: Quatsch, ich hab doch ne Hupe
Vorschlag: Es waere besser, hier nicht zu ueberholen, weil da vorne eine Bergkuppe ist und Du nichts sehen kannst.
Ghanaische Antwort: Quatsch, ich glaube doch an Gott.
Vorschlag: Ich bin ein Buergersteig, Marktplatz, eine Baustelle, eine Einbahnstrasse, vielleicht wuerdest Du besser woanders lang fahren.
Ghanaische Antwort: Quatsch.
Just keep on rolling babe (Natuerlich kann man das nicht uebersetzen: Roll einfach weiter Saeugling?) Posted by Picasa

Donnerstag, Oktober 26, 2006

jaja, das Foto kennt Ihr schon, aber es ist trotzdem das Foto zum Telefonat Posted by Picasa

Entfernungsbezieung

Ich rufe viel zu selten bei Mary an. Denkt sie. Und denk ich auch, wenn ich denn anrufe. Arme kleine einsame Mary (Denkt sie. Und denk ich auch manchmal. Obwohl wir beide wissen, dass das eigentlich nicht stimmt. Aber so ist das halt mit dem Verlassen Werden... da denkt man diese Sachen, die eigentlich nicht stimmen). Heute hatte sie Glueck, dass mein Internet sich anstellte und ich stumpfsinnig davor sass und dachte: Waehrend ich warte kann ich genausogut in Bolga anrufen.

How are you?
Fine.
How is the house?
Somebody came and picked it and took it away. I was sleeping in the afternoon. Now it’s left with the mango trees…

Wie gehts?
Gut.
Und dem Haus?
Jemand is gekommen und hat das Haus mitgenommen. Ich hab nachmittags geschlafen, jetzt sind nur die Mango Baeume uebrig...

Da hat Mary mich mit dieser rheinischen Reaktion aus meiner Ghanaischen Erwartung geschmissen. Denn eigentlich sollte so ein Telefonat aus der endlosen Wiederholung immergleicher Fragen bestehn, die alle mit „Fine“ beantwortet werden. Ach Mary, ein Glueck, dass Du draussen geschlafen hast und der Dieb Dich unterm Mango Baum liegen liess.

Dienstag, Oktober 24, 2006

Im Regen wallt der Regenwald Posted by Picasa
Baccardi oder Bounty Werbung? Posted by Picasa
Zwergenausflug ins Paradies Posted by Picasa
Fischmarkt am Strand Posted by Picasa

Zu Gast: Auf nach Ghana!

Unser Eindruck ist sehr positiv: Kommt alle nach Ghana! Ghana ist ein friedliches, leicht zu bereisendes Land mit wundervoller Natur und freundlichen Menschen — die fast alle Englisch sprechen und natuerlich von den Touristen profitieren wollen, die es einem aber sehr leicht machen, mit ihnen in Kontakt zu treten und in all ihrer Armut eine wunderbare Froehlichkeit und Wuerde ausstrahlen.

Ach, und wer sich als Frau im kalten Deutschland manchmal allein fuehlt, kann nicht nur in Jamaika Begleitung finden: Eva zeigt uns die ghanaische Version des Rastaman. Sein Job besteht darin, Touristinnen zu begleiten und ihnen einen angenehmen Aufenthalt (und mehr?) zu gestalten. Die Rastamen haben aus Jamaika alle Attribute importiert, die Europaeerinnen exotisch-attraktiv finden: Rastafrisuren, Musik, Gesten und natürlich Rastatalk!

Montag, Oktober 23, 2006

Zu Gast: Nach neun im Regenwald

Heute früh verliessen wir unsere schöne Unterkunft (Urlaub unter Palmen – gibt es eigentlich zwei Paradiese!?) und fuhren Richtung Accra zum Regenwald-Nationalpark. Welches Wetter ist dort wohl typisch...? Genau: Wir kamen an, und dann fing es auch schon an zu regnen (sic!). Die durchnaessten Rueckkehrer der ersten Fuehrung sahen sehr ungluecklich aus. Nach drei Stunden brachen wir trotzdem auf – ist eine ganz neue Erfahrung, so ohne Regenjacke oder Schirm zwei Stunden durch den Regen zu gehen.

Unser Ziel: Der Canope Walkway, ein System von schmalen Bruecken, die mittels Seilen zwischen den Urwaldriesen gespannt sind. Die Bruecken verlaufen teilweise in 40 Meter Hoehe und schwanken recht stark; daher darf man sie immer erst betreten, wenn der Vorgaenger sie schon halb ueberquert hat. Ein kleines Abenteuer, und unglaubliche Ausblicke in den regennassen Urwald, der von Nebelschwaden und den Geraeuschen unzaehliger Voegel durchzogen wurde. An einer Stelle, schon kurz vor dem Ende, haben wir eine Affenhorde entdeckt, die sich froehlich von Baum zu Baum schwang – wirklich possierliche Tierchen. Normalerweise sieht man keine Affen oder andere Saugetiere, wir hatten also doch einen Glueckstag. Aber die groesste Attraktion des Parks ist der westafrikanische Waldelefant – von dem nur ein einziges Foto aus den Sechsigern existiert.

Sonntag, Oktober 22, 2006

Zu Gast: Albtraeume aus der Sklavenburg in Elmina

An Ghanas Küste bauten die Portugiesen im 15. Jahrhundert einige Burgen, um die Häfen zu schützen und zu missionieren. Die Niederländer nahmen ihnen die Burgen später teilweise ab und begannen mit dem lukrativen Handel mit schwarzen Sklaven in die neue Welt.

In Elmina schauten wir uns die Sklavenburg an. Unser Führer vermochte uns sehr bildhaft und eindrücklich die Strapazen und den Leidensweg der Menschen aus dem Norden Ghanas an die Küste zu vermitteln, ihr Martyrium in den engen Kerkern der Burg, die wahllose Gewalt und die drakonischen Strafen durch die Soldaten und der menschenverachtende Umgang mit der Ware Mensch. Wer auf dem Weg nicht mehr konnte, wurde im Wald zurückgelassen, die Opfer der Vergewaltigung durch den Gouverneur mussten die gleiche Behandlung durch die Soldaten erleiden, und viele bevorzugten den Tod durch den Sprung vom Schiff gegenüber der langen Überfahrt mit nur noch mehr willkürlicher Grausamkeit. Die Rolle der ghanaischen Sklavenhändler wurde nur am Rande erwaehnt: Die Völker des Südens profitierten ihrerseits nicht zu knapp vom europäischen Sklavenhandel. Sie haben ihre Landsleute im Norden gefangen und verkauft.

War keine Kinderfuehrung: Die etwa 11jaehrige Tochter einer Ghanaischen Auswandererfamilie wollte die Motive der damaligen Herrscher verstehen. Der Fuehrer gab sich alle Mühe, ihre Fragen zu den Grausamkeiten zu beantworten. Kindgerecht waren die Antworten größtenteils nicht. Das Mädchen hat jetzt bestimmt zwei Wochen ordentliche Albträume.

Freitag, Oktober 20, 2006

Zu Gast: Auf ins Paradies!

Am Mittwoch wollten wir es den Eltern nachtun, die sagten, sie hätten beim letzten Ghana-Besuch das Paradies gefunden — am Ufer des Volta, des Flusses, der aufgestaut den Voltasee ergibt. Von Accra eine Busreise von zwei Stunden. Gegen Mittag hatten wir die Tickets, nachdem wir vorher noch für Eva Tiedye-Stoff (wie gebatikt) bei ihrem Korbmacher Atta abgegeben hatten. Dieser hat sein Freiluftgeschäft an einer viel befahrenen Straße unter Bäumen und war von seinen Korbmacherkollegen dadurch zu unterscheiden, dass er als einziger einen riesigen Termitenhaufen im Laden hatte. Er wird dafür sorgen, dass Evas Wohnzimmer bald nicht mehr so leer ist :)

Um drei Uhr sollte unsere Fahrt losgehen, der Motor wurde um vier angelassen, um halb fuenf waren wir dann endlich vom Hof — und dann schlug der Accra'sche Verkehrsinfarkt wieder erbarmungslos zu. So hat die Fahrt nach Asimpotu fast doppelt so lange gedauert...

Zum Sonnenaufgang auf einer schwimmenden Huette auf den Fluss schauen – die Natur wacht auf, Fischerboote auf dem Fluss. Große Vögel zogen ihre Bahnen, und kleinere flogen aufgeregt zwischen dem Dach der Hütte und dem Steg hin und her. Unwirklich schoen.

Die zweite Nacht haben wir in einem kleinen unattraktiven Zimmer des Hotels verbracht, weil wir nicht reserviert hatten. Also nicht vergessen: Am besten heute schon im Paradies reservieren!

Donnerstag, Oktober 19, 2006

Pipi-Cola auf dem Markt von Tamale (In den alten Flaschen wird Speiseoel verkauft. Vermutlich...) Posted by Picasa

Nazikroeten

Wer nicht mehr mit mir promoviert, vermisst vielleicht die blutigen Traumgeschichten, die es so oft zum Mittagessen gab. Oder auch nicht. Ich erinner mich, dass Patricia mir schliesslich verbot, von Stapeln abgehackter Beine zu sprechen, bevor wir das Essen beendet hatten...

Habt Ihr alle brav aufgegessen? Nun gut: Gestern Nacht erkannte ich endlich das wahre Wesen meiner Kroeten.

Nein, ich muss frueher anfangen: Als ich in Accra einzog, erfuhr ich den wahren Stand meines Kroetenkriegs. Die Viehcher hatten in Bolga gar nicht aufgegeben. Sie hatten sich schonmal aufgemacht, um mich dann in Accra frisch und erholt von der langen Reise in meinem neuen Haus zu begruessen. Hier haben sie sogar einen eigenen Teich (nein eigentlich zwei) und der hat eine ungemeine Akustik. Wie Ihr alle wisst, sind Froesche verzauberte Prinzen und werden in Ghana auch gern genug gegessen, dass es keine Froschplagen gibt. Kroeten dagegen sind...

Das wurde mir heute im Traume klar: Verwunschene Neonazis. Ich traeumte einen gar grausligen Traum, in dem Busse voller normaler netter Menschen von groelenden Horden von Neonazis ueberfallen wurden und sich dann blutige Schlachten lieferten. Ich hatte Glueck dass sie mich zu klein zum Schlagen fanden, aus der Tuer des Busses rauswarfen und riefen, ich solle die Leute vom Fernsehn holen, damit sie das filmen. Gerne doch. Zwischen Daemmer und Traum wurde mir dann klar, dass es in Stroemen regnete und draussen die Kroeten ihrer Lust Luft machten und so das Nazigroelen zu meinem Traum beisteuerten.

Spaeter in der selben Nacht traeumte ich bei einem Vortrag des Literaturnobelpreistraegers Gabriel García Márquez. zu weilen. Aber, dankeschoen auch, Scheissnazis, als der edle Herr aufstand, um seine Rede zu beginnen, fiel keiner Kroete was zu sagen ein und statt dessen wachte ich auf und konnte nicht mehr einschlafen und weitertraeumen.

Mittwoch, Oktober 18, 2006

Eva in Ghana

Am Flughafen liessen Schwager und Schwester so lange auf sich warten, dass ich beinah aus Ungeduld und Versehen einen kurzhaarigen Mann und seinen langhaarigen Freund zu meinem Auto gewinkt haette. Ein Glueck, dass ich den Irrtum frueh genug entdeckte und nun mein grosses leeres Haus Familienanschluss hat. Der natuerlich die meisste Zeit gar nicht im Haus ist, sondern sich auf dem Markt Riesenschnecken anschaut, Taxifahrer betruegt (ich luege mal wieder, aber das kennen wir ja!), am Pool rumschlunzt und es sich auch sonst wohlergehen laesst. Heute morgen sind die beiden aufgebrochen in das Paradies, das ich nach Beschreibung der Eltern damals ganz knapp verfehlt hatte. Wir haben nun genauere Angaben und ich hoffe, dass sie mir morgen abend ein wenig taufrischen Paradiswind mitbringen. Werden wir am Wochenende auf einem schmalen Holzsteg durch die Baumkronen des Regenwaldes wanken?

Dienstag, Oktober 17, 2006

Zu Gast: Makola Market in Accra

Dem Makola Market wollten wir uns heute widmen. Wir verbrachten auch einen guten Teil des Tages auf einem Markt — ob es der gesuchte war, ist uns immer noch nicht klar. Auf jeden Fall gab es dort alles zu kaufen, was man kaufen wollen würde: lebende Riesenschnecken und große Krebse, Schweinefüße, Kunststoffbehälter in allen Farben, Klopapier, tragbare Radios, getrocknete Fische, unbekanntes Gemüse, Kleidung, Schuhe, Heimwerkerbedarf inkl. Klogarnituren. Ein unglaubliches Gewusel, farbenfroh und voller Leben, Frauen mit großen Gefäßen auf dem Kopf, die Dinge kauften oder verkauften, Männer, die einen immer wieder mit quasi-Bob Marley'schem "Hello white man" auf sich aufmerksam zu machen versuchten. Penny, die Meisterfeilscherin, handelte beim Kauf eines Telefons für Eva eine Reduktion um ein Drittel raus – immer noch zu teuer? Egal, am Ende waren wir aber auch froh, dem Gewimmel zu entkommen und in einer unwirklich scheinenden Pepsi-Bar wieder mit unserer Heimatkultur Kontakt aufzunehmen.

Unwirklich schien auch der Hinweis aus dem Reiseführer, wonach man sich darauf einstellen sollte, ständig und jeden zu grüßen, viele auch mit Handschlag. Dass das tatsächlich so ist, konnten wir bei einem Besuch in Evas Büro ausprobieren, wo wir in einen Raum voller Leute kamen und allen die Hand gaben. Bei unserer kleinen Wanderung heute freuten sich die Menschen offensichtlich auch, wenn wir ihnen zuriefen: "Good morning! How are you?" Und die Kinder brachen in begeistertes Lachen aus, wenn wir ihnen zuwinkten. Wahrscheinlich habe ich in diesen Tagen so viele Fremde gegrüßt wie in Deutschland im ganzen Leben noch nicht. Und angenehm ist es auch zu wissen, dass bis auf Einbrüche und Taschendiebstahl das Land für Reisende sehr sicher ist. Das Gefühl, in keiner sicheren Gegend zu sein (wie wir es teilweise in Delhi und auch in New York hatten), hat sich hier noch kein einziges Mal eingestellt.

Montag, Oktober 16, 2006

Zu Gast bei Eva in Accra

Liebe Leserinnen und Leser von Evas Ghana-Blog,

wir (Penny und Mitch) sind aufgebrochen, um zu schauen, ob denn auch alles so stimmt, wie Eva euch die Ferne beschreibt. ;-) Mit recht leichtem Gepäck trafen wir am Sonntag Abend am Flughafen von Ghanas Hauptstadt Accra ein und wurden von heißer, schwüler Luft und einer fröhlichen Eva begrüßt. Evas Accra-Domizil hat den schönsten Garten noerdlich des Aequators, aber (bis auf ein Bett) noch kein einziges Möbelstück. Der Garten wird sogar von zwei wundervollen Kröten bewohnt – Eva liebt ja diesae Tiere ganz besonders. Alle Pflanzen, die wir zuhause mickrig in Töpfen halten, sind hier vier Mal so groß und blühen bunt. Geckos und zwei fröhliche Hunde vervollständigen das Bild. Das Haus wird von Evas Hausangestellten und Gärtner Daniel in Schuss gehalten. An Hausangestellte muss man sich auch erst einmal gewöhnen — das geht aber schnell!

Den ersten Tag verbrachten wir in der gekappselten Ersten Welt am Pool eines Luxushotels am Atlantik. Eva hatte uns den Makola Market für den ersten Tag verboten, Gefahr von Kulturschock :) Wir kamen zwar an der Außenmauer dieses riesigen Marktes vorbei auf unserer Wanderung zum Expat-Supermarkt (Expats: die Gemeinschaft der Ausländer aus Erst-Welt-Ländern in Ländern der Dritten Welt). Das bunte Leben ...

Auch die Taxifahrt zurueck zu Eva war abenteuerlich. Wir waren eine halbe Stunde zu spät und kamen so mitten in die Rush Hour. Accra ist eigentlich schon dem Verkehrsinfarkt erlegen, zappelt aber noch. Wir brauchten für die Strecke, die man sonst in einer halben Stunde schafft, eineinhalb. Kurz vor unserem Ziel im Stau stieg ein Uniformierter mit Stahlhelm zustieg und der Taxifahrer und er sich zuerst stritten, dann sich Dinge zuraunten. Nein danke, bevor wir in irgendetwas Komisches verwickelt werden, dann doch lieber zahlen und den letzten halben Kilometer zu Fuß gehen.

Wegen abgeschalteten Stroms gingen wir das letzte Stück zu Evas Haus in ziemlicher Dunkelheit, doch keineswegs allein — zumindest in Accra sind zu jeder Tages- und Nachtzeit viele Menschen unterwegs. Dennoch waren wir sehr froh, bei Eva anzukommen und von Daniel und den beiden Hunden begrüßt zu werden.

Freitag, Oktober 13, 2006

Eva in Ghana

Mein neues Haus ist gross und leer, der Garten formidabel, ich renne auf und ab durch Accra und steh Stunden im Stau, grosse Schwester und Mann kommen am Wochenende zu Besuch und wenn ich mal Zeit hab, werdich drueber nachdenken, was ich von Accra halte und einen Blog darueber schreiben, wie's mir hier geht.
Mein Garten in Accra Posted by Picasa

Mittwoch, Oktober 04, 2006

Dissin macht mich irre

Ghanaisches Englisch hat viele liebenswerte Eigenheiten, Woerter, die in England nur die Queen benutzen wuerde, gehoeren zum alltaeglichen Wortschatz, direkte Uebersetzungen aus den Lokalsprachen liefern eigenwillige Sprichworte, schoen und gut und wunderbar. Aber. Eins geht gar nicht: „Dissin“ was ein verhunzt ausgesprochenes „This thing“ ist also „Dingenskirchen“. Gestern hatten wir ein Interview mit einem hoeheren Regierungsangestellten und der hat mich schier verzweifeln lassen. Aus Respekt konnte ich nicht dauernd sagen: Jung, sprich in vollstaendigen Saetzen und was verflucht noch mal meinst Du mit „Dissin“. De dissin use de dissin to get de you know dissin done. Hallo? Die Dings benutzen die Dings weisst Du um Dings zu machen. Das sagst Du, wenn Du ueber Deine Arbeit redest und ein Forscher rauszufinden versucht, wie die funktionniert und Du siehst, dass alles mitgeschrieben wird?

Dienstag, Oktober 03, 2006

Wie Mary

Gestern fuhr ich mit Douglas von Bawku zurueck nach Bolga und wir redeten mal wieder ueber alles, von Hexerei bis Geschaeftsideen und irgendwann versuchte er scherzhaft zu sagen: When you’re leaving, will I have to cry like Mary? (Wenn Du gehst, muss ich dann weinen wie Mary?) Dann haben wir beide geschluckt, weiter gradeaus auf die Strasse geguckt und ueber Ritualmorde an Geisteskranken geredet. Gestern hat eine Freundin eine Party fuer mich gegeben, die ausdruecklich keine Abschiedsparty war, denn ich verlasse Bolga ja nicht komplett, sondern beziehe nur einen Zweitwohnsitz in Accra und reise in der uebrigen Zeit durch die Weltgeschichte. Mit Debbie wunder ich mich darueber, wie sehr uns Bolga vor einem Jahr angekotzt hat und wie es sich in der Zwischenzeit in unsere Herzen gefressen hat. Wenn ich gehe, dann muss ich weinen wie Mary.

Neuzugang

Seit vorgestern hat Mama Laadi ein neues Baby. Es wurde unter einem Baum am Fluss gefunden, daneben lagen die Kleider der Mutter und mehr weiss man nicht. Hat sie sich im Fluss ertraenkt? Ist ihr was zugestossen? Die Kleine ist vielleicht drei Monate alt, wohlgenaehrt und traegt sogar kleine goldene Ohrringe. Jetzt schlaeft sie in einem Reisekoffer und wird von allen mit Liebe ueberschuettet, denn so kleine Babys sind bei Mama Laadi selten. Eines der aelteren Kinder sagt: Ein Glueck, dass sie nicht in der Trockenzeit ausgesetzt wurde, da haetten sie die Schweine laengst gefressen gehabt.

Sonntag, Oktober 01, 2006

Angstfrei auf Amerikanern rumkrabbeln... Posted by Picasa
Ein seltenes Bild auf dem Laadi ganz allein ist... Wetten, da liegen ein paar Kinder auf ihren Fuessen oder haengen an ihren Haenden... Posted by Picasa
Mama Laadi in typischem Belagerungszustand. Auf ihren Fuessen liegt der Junge, der krank am besten bettelt. Er hat Malaria. Auf dem Tisch im Hintergrund geht das Leben weiter. Posted by Picasa

Mama Laadi

Bevor ich Mama Laadi zum ersten Mal traf, hatte ich viel von ihr gehoert. Und da ich ein skeptisches Luder bin, wollte ich sie vor allem treffen, um rauszufinden, ob jemand tatsaechlich so gut sein kann, wie alle immer sagen. Irgendwie machte mich das ungeduldig, diese ganzen Engelsgeschichten zu hoeren (Ich gebe zu, irgendwie fand ich das gut, als rauskam, dass Mutter Theresa persoenlich ganz schoen unertraeglich sein konnte). Die Geschichten drehten sich darum, wie Laadi selbst auf der Strasse aufgewachsen ist und, nachdem sie den Weg in ein normales Leben geschafft hatte, nun ihr Leben den Strassenkindern widmet. Wie sie niemanden wegschicken kann, der Hunger hat, auch wenn sie selbst nichts uebrig hat. Wenn ein krankes kleines Kind zum Sterben ins Dorf zurueck geschickt werden sollen, verhindert sie das, nimmt den Jungen auf und paeppelt ihn gesund. Wenn sie grad kein Geld hat, die Krankenhausrechnung zu zahlen, schleicht sie sich mit dem Kind unterm Arm davon – und zahlt, wenn wieder ein wenig Geld da ist. Sie wird alarmiert, als die Leute im Dorf eine Hexe und ihre beiden Kinder toeten wollen. Als sie ankommt, ist die Mutter schon tot aber Laadi kann die Kinder retten, nimmt sie bei sich auf, aendert ihre Namen und schickt sie im Sueden ins Internat, da sie hier ihres Lebens nicht sicher sind.

Ich weiss nicht, was ich mir vorgestellt hab, entweder ne bullige Matrone der Marke Feldwebel im Frauenkleid oder ein suessliches Wesen das sich in der eigenen Gut-heit suhlt. Als ich vor ein paar Wochen zum ersten Mal zu ihrem Waisenhaus kam, war mein erster Eindruck gar nicht von ihr selbst. Sobald wir aus dem Auto stiegen, kamen Kinder angerannt und ein kleines Maedchen sprang nach der geringsten Ermunterung an mir hoch und setzte sich auf meine Huefte. Ein amerikanischer Freund – Derek - arbeitet ehrenamtlich bei Mama Laadi und hatte mich mitgenommen. Mama selbst ist eine ganz normale freundliche Frau, die lacht wie ein Maedchen und wenn sie sich hinsetzt legt sich schnell ein Kind auf ihren Schoss, wickelt sich am Boden um ihre Fuesse oder umarmt ihre Schultern von hinten, waehrend sie sich unterhaelt. Sie tut, was getan werden muss. Sie weiss, dass es ihr schwer faellt, Geld nicht wegzugeben. Deshalb ist eines der aelteren Maedchen fuer die Finanzen zustaendig. Jedes aeltere Kind ist fuer ein juengeres besonders verantwortlich. Sie haelt das alles zusammen, aber wenn man zu Besuch kommt, hat man viel mehr das Gefuehl, als wuerde sich alles von selbst um sie herum bewegen.

Gestern hat Derek den halben Nachmittag damit verbracht, dem 13 jaehrigen Kofi den Buchstaben C beizubringen. C ist einer der Buchstaben, die diesem Jungen leichter fallen, aber sie arbeiten auch schon ein paar Wochen daran. Kofi gehoert zu den Kindern, die schon lange bei Laadi sind und er uebernimmt viel Verantwortung. Wenn von der Baustelle Zement verschwindet, weiss er, wer die Diebe sind. Frueher hat er auf dem Markt gebettelt und wenn er krank war, hat er immer zu Laadi gesagt: „Bitte, lass mich betteln gehn, wenn ich krank bin verdien ich doch viel mehr.“

(Seit 2004 wird Mama Laadi von Afrikids unterstuetzt. Wenn Ihr mehr wissen wollt: http://www.afrikids.org/new/main.php?option=operations&projectID=3)
Mittagessen bei Laadi 3 Posted by Picasa
Mittagessen bei Laadi 2 Posted by Picasa
Mittagessen bei Laadi 1 Posted by Picasa

Samstag, September 30, 2006

Gifty Posted by Picasa
Die wunderschoenste Aussicht vom wunderschoensten Haus Posted by Picasa
Das wunderschoenste Haus von aussen Posted by Picasa
Das wunderschoenste Haus von innen Posted by Picasa

Glueck in Bolga

Marlene ist Kanadierin und hat in Indien Yoga gelernt. Linda ist Amerikanerin und hat das schoenste Haus der ganzen Region gebaut. Mary hat Kuchen gebacken, der zu lange im Ofen war, um noch verkauft zu werden, aber super schmeckt, wenn man das Schwarze abkratzt. Debbie ist meine beste Freundin in Bolga und huetet Lindas Haus waehrend die verreist ist. Heute morgen hatten wir Yoga-Stunden im schoensten Haus der Region mit Blick auf die Berge, alles roch nach gruenem Sommer, die Zickaden zicken oder was auch immer das fuer ein Geraeusch ist und ich bin bis obenhin voll mit verbranntem Kuchen und Glueck. Gleich geh ich mit Derek und Douglas zu Mama Laadis Waisenhaus und hoffe, dass sich die kleine Gifty wieder auf meinen Schoss setzt und breit grinst und ab und zu eine stille Traene weint, waehrend ich mich in der Welt zu Hause fuehle.

Freitag, September 29, 2006

Soll ich konvertieren?

Mein Auto moechte gern den Mechaniker sehn. Da wir im Buero eh keinen Strom haben, frag ich Douglas: Warum machst Du das nicht heute Nachmittag? An seinem Gesicht kann ich gleich die Antwort ablesen: Das geht nicht, denn unsere Mechaniker sind alle Muslims. Ja und? Nun, Muslims machen Freitags eine lange Mittagspause, die vom Freitagsgebet gleich in den Feierabend uebergeht. Soll ich, oder soll ich nicht?

...

Nen Monat lang tagsueber nichts essen und trinken? Da arbeit’ ich doch lieber Freitag nachmittags. Fuer den Weltfrieden ist das auch besser (mit Hungerlaune bin ich niemals Peacewoman...).